Sa, 18. August 2018

Nur Millimeter groß

30.10.2014 15:49

US-Forscher züchteten im Labor "Mini-Mägen"

Amerikanischen Forschern ist es erstmals gelungen, im Labor aus Stammzellen quasi Miniaturausgaben des Magens zu züchten. Das soll Vorteile bei der Erforschung von Magenkrebs oder Geschwüren bringen. Als Ersatzorgan taugen die kleinen Mägen aber nicht, heißt es in einer im Fachjournal "Nature" publizierten Studie.

Konkret nutzten die Wissenschaftler der University of Cincinnati (Ohio) und der University of Michigan in Ann Arbor sogenannte pluripotente Stammzellen - also Zellen, die noch nicht für ein bestimmtes Organ programmiert sind. Diese können entweder aus Embryonen stammen oder aus adulten Stammzellen, die in ihr Frühstadium zurückversetzt werden und dann induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) genannt werden.

Aus den pluripotenten Zellen züchteten die Wissenschaftler in der Petrischale Magenzellen im Entwicklungsstadium, mit denen der Magen-Darm-Trakt aufgebaut wird. Die nur wenige Milimeter großen "Mini-Mägen" (Bild) sind den Forschern zufolge allerdings noch in einem sehr frühen Stadium und können bisher nicht das Gewebe eines Magens ersetzen. Tests mit Mäusen zufolge könnten aber eines Tages mit gezüchtetem Gewebe etwa Löcher geschlossen werden, die durch Magengeschwüre verursacht wurden.

Identisch mit normalem Magengewebe
Von den "Mini-Mägen" erhoffen sich die Wissenschafter auch Fortschritte bei der Erforschung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Fettsucht. "Bisher gab es keine gute Methode, um Magenerkrankungen von Menschen zu studieren", betont der Biologe Jim Wells vom Klinikum in Cincinnati im US-Staat Ohio. Der menschliche Magen unterscheide sich deutlich von dem anderer Lebewesen. Die nun gezüchteten Gewebe seien identisch mit denen, die normalerweise in einem menschlichen Magen zu finden sind.

Von pluripotenten Stammzellen erhoffen sich viele Forscher seit Jahren neue Möglichkeiten - durch die Transplantation des im Labor gezüchteten Gewebes. Damit könnte etwa Haut nach schweren Verbrennungen wiederhergestellt werden oder auch durch einen Infarkt geschädigtes Herzgewebe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.