Do, 16. August 2018

Auf NASA-Bildern

14.10.2014 13:22

Hinweise auf "jungen Vulkanismus" auf dem Mond

Bilder, die die NASA-Mondsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) zur Erde gefunkt hat, haben nun Hinweise darauf geliefert, dass die vulkanische Aktivität auf dem Erdtrabanten nicht wie bisher angenommen vor etwa einer Milliarde Jahren abrupt zum Erliegen kam. Vielmehr habe es auch in der jüngeren Vergangenheit zumindest kleinere vulkanische Eruptionen gegeben, so die NASA.

Die Entdeckung steht im Gegensatz zum bisherigen Bild eines geologisch vor Langem abrupt erloschenen, inaktiven Mondes und ist nur schwer mit den derzeitigen Annahmen der Temperatur im Inneren des Erdtrabanten in Einklang zu bringen, berichtet die US-Weltraumbehörde NASA auf ihrer Website.

"Mond-Entwicklung muss neu überdacht werden"
Die Wissenschaftler stützen ihre These auf die Entdeckung vulkanischer Ablagerungen (Bild) auf dem Mond, deren Alter sie auf weniger als 100 Millionen Jahre datieren konnten. Das entspricht auf der Erde der Kreidezeit - einer Epoche, zu der die Dinosaurier unseren Planeten bevölkerten. Einige der neu entdeckten vulkanischen Ablagerungen sind sogar weniger als 50 Millionen Jahre alt, berichtet die NASA. Die Entdeckung werde dazu führen, dass Geologen die jüngste geologische und thermische Entwicklung des Mondes neu überdenken müssen, so die Forscher.

Die Ablagerungen, die fachsprachlich als "unregelmäßige Mare-Flecken" bezeichnet werden, finden sich in dunklen vulkanischen Tiefebenen (den sogenannten Mare), auf dem Erdtrabanten. Eines der größten Vorkommen vulkanischer Ablagerungen ist unter dem Namen Ina bekannt. Es ist gekennzeichnet durch seine auffällige Helligkeit und die ungewöhnliche Form, die dem Großbuchstaben D ähnelt.

70 bisher unbekannte Ablagerungen entdeckt
Dachte man bisher, Ina sei einzigartig, haben die Forscher nun viele weitere dieser Strukturen auf den hochauflösenden Bildern der Spezialkameras der LRO-Mission entdeckt. Insgesamt hat das Team 70 bisher unbekannte Ablagerungen auf der Mondvorderseite identifiziert, die mit weniger als 500 Metern im Durchmesser zu klein sind, um sie von der Erde aus beobachten zu können.

"Bisherige Studien hatten bereits Hinweise darauf ergeben, dass es sich bei Ina um eine sehr junge Struktur handeln muss. Die Entdeckung zahlreicher ähnlich junger Strukturen in den Mare-Gebieten der Mondvorderseite hat jedoch fundamentale Auswirkungen auf die Modelle der thermischen Bedingungen des Mondinneren und seine thermische Entwicklung" erklären Harald Hiesinger und Carolyn van der Bogert vom Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die den Artikel gemeinsam mit Forschern der Arizona State University (USA) verfasst haben.

Mit anderen Worten: Die Entdeckung dieser jungen vulkanischen Strukturen ist nur schwer mit den bisherigen Vorstellungen der Temperatur des Mondinneren in Einklang zu bringen. Die jungen vulkanischen Strukturen sind laut Experten für die zukünftige Exploration (die Suche oder Erschließung von Lagerstätten und Rohstoffvorkommen, Anm.) in der Kruste des Mondes von enormer Bedeutung.

NASA-Sonde umkreist den Mond seit 2009
Der LRO (kleines Bild) war am 18. Juni 2009 zusammen mit dem "Lunar Crater Observation and Sensing Satellite" (LCROSS) an Bord einer Atlas-Rakete auf den Weg geschickt worden, um die Mondoberfläche zu kartographiert und dort mögliche Wasservorräte aufzuspüren.

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