Horrormord

Mutter schaufelte Grab für Sandra

Die Mutter schaufelte der Tochter das Grab, gab aber nach 15 Zentimetern Aushub im steinhart gefrorenen Erdreich auf. Davon fand man nun Spuren, die für die Linzer Ermittler ein Beweis dafür sind, wie eiskalt geplant die leugnende Frau (42) das ermordete Mädchen (21) für immer verschwinden lassen wollte: „Sie ist nicht verrückt, sie hat nichts verdrängt, sondern weiß genau, was sie getan hat.“

Es gilt die Unschuldsvermutung, doch die Indizienkette wird immer länger: Sandra Miny (21) dürfte schon am 8. Jänner in Hadersdorf am Kamp (NÖ) erschlagen worden sein. Tags darauf richtete Romana Miny (42) für ihre Tochter im örtlichen Postamt ein Postfach ein, damit nicht stapelweise Briefe und Prospekte vor dem verwaisten Zimmer des verschwundenen Mädchens Verdacht erregen. Damit nicht der Zusteller oder die Vermieterin Vermisstenanzeige erstatten, Nachforschungen auslösen.

„Meine Tochter macht eine Weltreise“, log die Frau. Und fuhr noch am selben Montag mit der toten Tochter im Kofferraum zum Baumarkt, um zwei Kanister zu kaufen, und zur Tankstelle, um Benzin hinein zu füllen: „Sie plante, das Opfer zu verbrennen und die Spuren zu vernichten, hob aber beide Rechnungen auf“, wundert sich ein Kriminalist, wie sicher sich die Verdächtige war, dass es nie zu einem Leichenfund, einer Identifizierung und Hausdurchsuchung kommen konnte.

Die Tote sollte verbrannt und verscharrt werden. Davon zeugen nun die Schleif-, Schürf- und Brandspuren in einem Wald hinter dem Wochenendhaus ihrer Dienstgeber in Krumau am Kamp. Hier sollte offenbar Sandras ganz geheimes Grab sein, doch die harte Erde zwang die mutmaßliche Totengräberin, aufzugeben, umzuplanen: Die Leiche bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln, in der hundert Kilometer entfernten Donau zu versenken. Doch das „Kehrwasser“ bei Sarmingstein deckte den perfekt geplanten Mord auf.

 

 

 

Foto: Chris Koller

Freitag, 25. Juni 2021
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