02.02.2006 15:04 |

SB-Museum

KHM wurde schon 1996 am hellichten Tag beraubt

Der Diebstahl der "Saliera" aus dem Kunsthistorischen Museum war kein Einzelfall. Wie jetzt erst bekannt wurde, ist bereits 1996 ein ägyptischer Papyrus aus dem dritten Jahrhundert v. Chr. am helllichten Tag aus dem KHM gestohlen worden. Erst vor zwei Monaten wurde das Objekt sichergestellt. Der Polizei war absolute Vertraulichkeit aufgetragen worden.

Generaldirektor Seipel bestätigte den Raub gegenüber der APA. Demnach hat ein der Polizei namentlich bekannter Verdächtiger am 19. November 1996 den Gegenstand während der Öffnungszeiten in der ägyptisch-orientalischen Abteilung von der Wand abmontiert, unter seiner Jacke versteckt und ist dann aus dem Gebäude spaziert.

Kam über hundert Ecken zurück ins KHM
Nachdem es dem mutmaßlichen Täter nicht gelungen ist, das Objekt zu verkaufen, gelangte es über Umwege und eine Informantin vor zwei Monaten in Polizeigewahrsam. Die Übergabe hat am 30. November 2005 in der Hundertwasser-Autobahnraststätte bei Wiener Neustadt stattgefunden.

Wertloser Papyrus von unschätzbarem Wert?
Die ägyptische Sammlung sei damals, vor der Neuaufstellung, „noch nicht entsprechend gesichert“ gewesen, so Seipel. Der gestohlene Papyrus ist laut Seipel „zwischen 300 und 400 Euro“ wert. Dass der Polizei absolute Vertraulichkeit aufgetragen worden sei, sei „die normale Vorgangsweise", meinte der umstrittene Direktor weiter. In einem aktuellen Bericht des „Standard“ sprach die Polizei aber von „einem unschätzbaren Wert“ des Papyrus...

Die KHM-Historie:
Bereits 1983 wurden zudem drei Prunkwaffen aus dem KHM gestohlen. 1984 wurden zwei goldene Pistolen des französischen Königshauses aus dem 17. Jahrhundert entwendet.

Foto: Peter Tomschi

Freitag, 14. Mai 2021
Wetter Symbol