So, 19. August 2018

Mit Cyberkriegern

17.09.2014 14:05

USA kämpfen gegen IS-Propaganda im Internet

US-Präsident Barack Obama lässt seit Anfang August die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Irak bombardieren, bald könnte seine Regierung die Luftangriffe auch auf Syrien ausweiten. Die Vereinigten Staaten haben den Kampf gegen die Gruppe aber auch auf dem digitalen Schlachtfeld aufgenommen.

Eine Einheit von Cyberkriegern im US-Außenministerium ist bereits seit weit über einem Jahr damit beschäftigt, sich der IS-Propaganda in den sozialen Netzwerken im Internet entgegenzustellen. Schließlich entscheidet sich zunehmend auf Facebook, Twitter und YouTube, wie junge Menschen in der muslimischen Welt über den Konflikt denken.

IS stellt Gewaltvideos ins Netz
Mit ihren gewaltverherrlichenden Videos versuchen die Dschihadisten, neue Sympathisanten zu gewinnen und junge Männer nach Syrien und in den Nordirak zu locken. Viel zu lange sei der IS-Miliz die Meinungsmaschine Internet kampflos überlassen worden, heißt es aus US-Regierungskreisen.

"Es gab Extremisten, die auch auf Englisch jede Art von vergifteten Meinungen äußern konnten", sagt ein Vertreter des Außenministeriums. Anfänglich habe kaum jemand dagegengehalten. Mittlerweile sendet das im Jahr 2011 im US-Außenministerium eingerichtete Zentrum für strategische Anti-Terror-Kommunikation (CSCC) seine Botschaften auf dem Online-Kurznachrichtendienst Twitter auf Englisch und Arabisch.

Facebook-Seite gegen IS-Propaganda
Ende August wurde auch eine Facebook-Seite mit dem Namen "Think Again, Turn Away" (Denk noch mal nach, wende dich ab) gestartet. "Das Ziel ist, dass junge Menschen im Westen und in muslimischen Ländern zweimal nachdenken, bevor sie sich auf die Reise nach Syrien und in den Irak machen, um sich islamistischen Kämpfern anzuschließen", sagte der US-Regierungsvertreter.

Ein anderer ranghoher Beamter des Außenministeriums beschrieb das Vorgehen als eine Art "Guerilla-Krieg" im Netz. Langsam und beständig sollen die Dschihadisten demnach diskreditiert werden. Allerdings dürfe die Wirkung der Gegenpropaganda nicht überschätzt werden. "Es ist kein Wundermittel", räumte der Beamte ein.

Auf die grausame Hinrichtung der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff reagierten die Cyberkrieger des Außenministeriums mit einer Welle von Postings in sozialen Netzwerken. Unter anderem verlinkten sie auf internationale Medienberichte über die radikale IS-Ideologie und auf Nachrufe auf die getöteten Reporter.

Militärische Erfolge werden auf Twitter gefeiert
Die Mitarbeiter des CSCC feiern auf Twitter regelmäßig militärische Rückschläge für die Dschihadisten. Zugleich prangern sie das Vorgehen der Terrormiliz schonungslos an. Eine Fotomontage etwa zeigt Syriens Staatschef Bashar al-Assad neben IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi vor einer in Ruinen liegenden Stadt.

"Bagdadi und Assad im Wettstreit um die Zerstörung Syriens - macht es nicht noch schlimmer", steht in der dazugehörigen Bildunterschrift. In einer anderen Twitter-Botschaft werden Bilder von Massenhinrichtungen durch den IS neben Aufnahmen von Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg gestellt.

"Kampf der Ideen im Internet"
Der Terrorismus-Experte William Braniff von der Universität Maryland hält die Strategie des CSCC für einen Schritt in die richtige Richtung. "Ein Jahrzehnt lang wurde die Regierung dafür kritisiert, sich nicht in den Kampf der Ideen im Internet einzubringen", sagte er. "Das Außenministerium hat dieses Programm letztlich geschaffen, um dieser Kritik zu begegnen."

Bisher seien die Bemühungen des CSCC aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Es gibt so viel extremistische Propaganda online", sagte Braniff. "Wir müssen diesen Programmen Zeit geben, damit sie ihre Wirkung entfalten."

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