30.01.2006 13:31 |

Post-Börsegang

ÖIAG erhält Auftrag zum Post-Börsegang

Einem raschen Börsegang der Österreichischen Post steht nichts mehr im Weg. Am Montag hat die ÖIAG mit formellen Beschlüssen das Feld für die Teilprivatisierung von bis zu 49 Prozent aufbereitet. Der Verkaufsbeschluss fehlt zwar noch, mit der Vorbereitung für die Börseeinführung kann die Verstaatlichtenholding aber sofort beginnen. Im Aufsichtsrat hat sie die Investmentbanken ausgewählt.

Als Joint Bookrunners und Joint Lead Managers fungieren Raiffeisen Centrobank (RCB) gemeinsam mit Erste Bank und Goldman Sachs. Als Co- Leadmanager für das Mitarbeiterprogramm und österreichischer Privatanleger fungiert die BAWAG /P.S.K. sowie die Deutsche Bank für institutionelle Investoren.

Zuvor hatte die Bundesregierung in einer außerordentlichen Hauptversammlung der ÖIAG den neuen Privatisierungsauftrag für die Post übermittelt. Danach änderte der ÖIAG-Aufsichtsrat das Privatisierungsprogramm, das bisher auf die Suche nach einem strategischen Partner abgestellt war, und segnete das vom ÖIAG- Vorstand vorgelegte Privatisierungskonzept ab.

Aktie fürs Volk
Positioniert werden soll die Post-Aktie als "Volksaktie". Welches Volumen für Kleinanleger reserviert wird, war im Aufsichtsrat noch kein Thema. Auch mögliche Preisvorstellungen wurden vorerst nicht diskutiert. Ebenfalls offen ist der Zeitpunkt des Börsegangs. Die ÖIAG hat bisher erklärt, das erste Halbjahr anzustreben. Finanzminister Grasser wünscht sich eine Börsenotiz bereits für Ende März.

Der Post-Börsegang ist der letzte Privatisierungsbrocken in dieser Legislaturperiode (bis Herbst 2006). Bis zu 49 Prozent der Bundesanteile sollen an die Börse gebracht werden, die Kontrolle soll mit 51 Prozent aber weiter in staatlicher Hand liegen. Eine gesetzliche Absicherung dafür gibt es aber nicht. Finanzminister Grasser verspricht sich einen Verkaufserlös von 400 bis 500 Mio. Euro.

Von Protesten begleitet
Die Sondersitzung des ÖIAG-Aufsichtsrats war am Vormittag von Protesten von rund 200 Postlern vor der ÖIAG-Zentrale in Wien begleitet. Dazu aufgerufen hat die Postgewerkschaft, die den Börsegang zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht hält.

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