29.01.2006 13:25 |

Erstes Mal seit 1995

Sibirische Kälte friert Donau ein

Nach einer Woche "Eiszeit" in Österreich haben die frostigen Temperaturen die Schifffahrt im Land so gut wie eingefroren! Selbst auf der Donau hat sich stellenweise eine derart dicke Eisschicht gebildet, dass der Verkehr eingestellt werden musste. Vor allem in Niederösterreich zwischen Krems und Altenwörth gab es kein Weiterkommen mehr: Ein in einer schmalen Fahrrinne hängen gebliebener Schubverband musste sogar von einem Eisbrecher befreit werden, ehe er im rettenden Hafen anlegen konnte. In Wien wiederum kam es durch ineinander verkeilte Schollen zum Eisstoß. Ein 13-jähriger Bub brach beim Ballspiel ein, konnte sich aber selbst aus dem frostigen Strom retten - die Donaupolizei wärmte ihn und brachte ihn ins Spital!

Sibirische Temperaturen hatten die Quecksilbersäule in den vergangenen Tagen in Ostösterreich bis auf minus 30 Grad fallen gelassen. Die arktische Kälte brachte etliche Flüsse - ja sogar den Donaustrom - stellenweise komplett zum Zufrieren.

Im Raum Krems (NÖ) wurde am Samstag die gesamte Schifffahrt eingestellt. Und in Altenwörth rückte gar ein Eisbrecher aus, um den zwischen Schollen festsitzenden deutschen Schubverband "Straubing", zu befreien.

Ein Eisstoß wiederum sorgte in Wien für ein Naturschauspiel, das das letzte Mal vor zehn Jahren ähnlich zu beobachten war. Wegen eines Defektes wurde zudem die Schleuse Freudenau gesperrt. Nach zwei Tagen Tauwetter soll sich die Lage entspannen - laut Meteorologen wird es ab morgen, Sonntag, wärmer.

Zu einem Eisdrama mit glücklichem Ende kam es in der Nähe des Mexikoplatzes. Ein Bub (13) war beim Ballspiel auf der dünnen Eisdecke eingebrochen. Er hatte sich aber selbst aus dem frostigen Wasser befreien können. "Wir haben den Kleinen gewärmt, bis ihn die Rettung ins Spital gebracht hat", so ein Polizist vom Donaudienst.

Foto: Reinhard Holl
Text: Christop Matzl, Kronen Zeitung

Sonntag, 07. März 2021
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