Kopftuch-Affäre

¿Gegenseitiger Respekt ist die einzige Lösung¿

„Köpfe“ statt Kopftücher: Eine Woche wurde wild gestritten, jetzt will Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer die Wogen glätten. Er lud Anas Schakfeh, den Vorsitzenden der islamischen Glaubensgemeinschaft, nach Linz ein. Die Stadt-VP macht indes weiter massiv Druck: In Linz geschehe zu wenig für die Integration.

Während Landesschulratspräsident Enzenhofer in „gegenseitigem Respekt“ die einzige Lösung im „Kopftuch-Streit“ sieht, verlangt VP-Klubobmann Thomas Stelzer Maßnahmen: „Allein von 2001 auf 2005 ist der Ausländeranteil in Linz von 22.126 auf 24.275 Personen angestiegen. Auch die  Geburtenentwicklung zeigt einen klaren Trend: Inländer wiesen im Jahr 2004 ein Geburtendefizit von 246 Babys auf, Ausländer einen Geburtenüberschuss von 240. Andererseits sagen siebzig Prozent der Linzer, sie hätten das Gefühl, dass in Linz zu viele Ausländer wohnen.“

Von 12 Mitgliedern zwei anwesend
Besonders unzufrieden ist er mit dem Integrationsbeirat der Stadt Linz. Diesen gibt es seit 1996 -damals hatte sich die ÖVP allerdings laut SPÖ-Stadtrat Johann Mayr noch dagegen gestemmt. Nun bemängelt Stelzer zurecht, dass der Beirat mangels regelmäßig erscheinender Mitglieder eher wenig bringt: Im April und Mai 2005 waren von zwölf Mitgliedern zwei anwesend…

Die ÖVP fordert nun neue Integrationskonzepte - wie ein Sprachticket für Ausländer. Der SP-Konter: „Das müsste das Bundesland machen, nicht wir.“

Einen kuriosen Polit-Querschläger gibt es auch: Die rote Aktion kritischer Schüler gibt katholischen Privatschulen die Schuld am hohen Ausländeranteil in öffentlichen Schulen: Weil diese nur katholische Kinder aufnehmen würden.

 

 

 

Foto: Chris Koller

Dienstag, 15. Juni 2021
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