27.01.2006 14:07 |

Grenze überschritten

Ganz Österreich: Erhöhte Feinstaub-Belastung

Vom Neusiedler bis zum Bodensee hängt nach Angaben des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine Feinstaubwolke: Teilweise schon seit Tagen liegen laut VCÖ die Werte im ganzen Land über der erlaubten Grenze. Am höchsten sei die Belastung in Klagenfurt und Graz, am niedrigsten in Vorarlberg und Niederösterreich.

Mitschuld trägt der strenge Winter mit hohem Streusplittverbrauch: "Die Staubaufwirbelung durch den Straßenverkehr sorgt dafür, dass die Grenzwerte laufend überschritten werden", sagte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut. "Niedrigeres Tempo verringert die Aufwirbelung."

An 19 Tagen Grenzwert überschritten
In Klagenfurt wurde laut VCÖ am Donnerstag die höchste Belastung gemessen: Der Grenzwert von durchschnittlich 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und Tag wurde um das 2,5-fache überschritten. In Wien liege schon seit Montag mehr Feinstaub in der Luft als erlaubt. "Sehr hoch ist die Belastung auch in Graz und in Teilen Tirols", so Rauh. In Graz sei die Luftqualität heuer nur an sieben Tagen in Ordnung gewesen - an 19 Tagen wurde der Grenzwert überschritten. "Auch Innsbruck, Wien und Wörgl sind einer extrem hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt", führte Rauh aus.

Der VCÖ fordert von der Regierung ein 200 Millionen Euro schweres "Feinstaubpaket", um die Bahnverbindungen für Pendler in die Ballungsräume zu verbessern. Zudem sollten Messstellen eingerichtet werden, die vor allem die kleinsten Staubteilchen, PM 2,5, erfassen. "Je kleiner die Teilchen, umso leichter gelangen sie bis in die Lungen", erläuterte der Experte.

Sonntag, 16. Mai 2021
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