26.01.2006 15:40 |

Diplomat schuldig!

Österreichischer Konsul in Visa-Affäre verurteilt

Ein österreichischer Konsul ist in einem ersten Prozess in der so genannten Visa-Affäre schuldig gesprochen worden. Der Diplomat in der nigerianischen Metropole Lagos soll zahlreichen Nigerianern mit fingierten Einladungsschreiben heimischer Firmen 678 falsche Visa verschafft haben. Der 62-Jährige wurde zu zwei Jahren, davon sechs Monate unbedingt, sowie zum Amtsverlust verurteilt.

Der Angeklagte legte sofort Berufung ein. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Der Richterspruch ist daher nicht rechtskräftig. Die Anklage lautete auf Missbrauch der Amtsgewalt.

Schaden für Österreichs Ruf
Mildernd beim Urteilsspruch wirkten seine Unbescholtenheit und sein ordentlicher Lebenswandel, erschwerend der lange Tatzeitraum und die extrem hohe Zahl der Fakten, sagte Richterin Sonja Höpler-Salat. Durch den Vorfall sei die Republik Österreich "schon ziemlich in Misskredit gefallen". Das sei "ein erheblicher Schaden am Ruf der Republik Österreich" gewesen.

Visa ohne Überprüfung genehmigt 
Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft hätten sich bestätigt. Die Visa seien ohne Überprüfung bewilligt worden. Der Angeklagte habe "gewusst, wie Visa zu erteilen sind, wie die Regeln sind, hat sich aber nicht daran gehalten, bewusst". Eine sprunghafte Steigerung der Vergabe habe es erst gegeben, seit der Beschuldigte in der Botschaft in Lagos am Schalter saß.

Freitag, 07. Mai 2021
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