Albright wehrt sich

Pfarrkirchnerin verlor Raubkunst

Nach mehr als 60 Jahren bekommt Klimt-Erbin Maria Altmann von der Republik fünf Bilder zurück. In Pfarrkirchen bei Bad Hall hatte eine andere ältere Dame bis zu ihrem Tod vor zwei Monaten vergeblich gehofft, dass ihr Ex-US-Außenministerin Albright sieben einst enteignete Bilder im Millionenwert zurückgibt.

 „Wir haben den Kampf aufgegeben, es wäre einfach zu teuer gewesen“, erklärt Philipp Harmer (42), der Enkel von Ruth Harmer, die vor zwei Monaten im 95. Lebensjahr in Pfarrkirchen bei Bad Hall verstorben ist. Sie war mit ihrer Schwester Doris die rechtmäßige Erbin des deutschstämmigen Prager Industriellen Karl Nebrich. Dieser hatte seine Fabriken in Tschechien zwar lange vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten aufgebaut und war 1932 gestorben. Dennoch wurde sein Besitz nach den Benes-Dekreten 1945 beschlagnahmt. Die beraubte Familie flüchtete, die Mitglieder wurden österreichische Staatsbürger.

Ihre Villa samt wertvollen Möbeln und einem Teil der Gemäldesammlung im Schätzwert von 1,5 Millionen Euro bekam der tschechische Diplomat Josef Körbl. Dieser emigrierte 1948 nach dem Putsch der Kommunisten in die USA.

 Erst 1996 bekamen die beiden bereits hochbetagten echten Erbinnen in Oberösterreich durch Zufall Wind davon, dass sieben Renaissance- und Barockbilder in den Besitz der Körbel-Kinder gelangt waren. Eines heißt Madeleine Albright  Ex-US-Außenministerin! Und sie ließ alle Ansprüche schließlich abblitzen…

 

 

 

Foto: AP

Mittwoch, 03. März 2021
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