20.01.2006 15:43 |

Wrack in Flammen

Militärmaschine aus der Slowakei abgestürzt

Eine slowakische Militärmaschine mit 43 Menschen an Bord ist in Ungarn abgestürzt. Nur ein Soldat überlebte das schwerste Flugzeugunglück seit der Unabhängigkeit der Slowakei im Jahr 1993. Die Maschine war nach Informationen des ungarischen Verteidigungsministeriums am Donnerstagabend gegen einen 700 Meter hohen Berg nahe der ungarisch-slowakischen Grenze geprallt.

An Bord der Antonow An-24 waren nach Angaben des slowakischen Verteidigungsministeriums vom Freitag 28 Soldaten, sieben Mitglieder einer hochrangigen Delegation des Ministeriums und acht Mitglieder der Crew. Die slowakischen Soldaten der NATO-geführten Kosovo-Schutztruppe KFOR waren auf dem Flug von der Kosovo-Hauptstadt Pristina nach Kosice. Für viele von ihnen war es die Heimreise nach mehrmonatigem Dienst in der UN-verwalteten südserbischen Provinz.

Nur ein einziger Überlebender
Der einzige Überlebende des Unglücks, ein 30 Jahre alter Soldat, befand sich am Freitag laut Auskunft des Krankenhauses Kosice "in stabilem Zustand". Eine Frau hatte in der Nacht im Fernsehen berichtet, ihr Mann habe sie unmittelbar nach dem Absturz per Mobiltelefon angerufen. Dabei habe er ihr von dem Absturz berichtet und gesagt, er selbst sei am Leben.

Gründe für Tiefflug unklar
Die Absturzstelle in der Umgebung des nordostungarischen Dorfes Hejce lag in einem unbewohnten Waldgebiet. Augenzeugen berichteten von Trümmern, die im Umkreis von 200 bis 300 Metern verstreut lagen. Der Oberkommandierende der slowakischen Luftwaffe, Juraj Baranek, widersprach am Freitag der ungarischen Darstellung, die Maschine sei von der Flugroute abgewichen, räumte aber ein, dass sie aus unklaren Gründen vorzeitig in den Sinkflug gegangen sei.

Die Bergungsarbeiten, an denen sich mehrere hundert ungarische und slowakische Einsatzkräfte beteiligten, wurden durch die winterlichen Wetterverhältnisse und die abgelegene Lage des Unglücksortes erheblich erschwert.