Mo, 16. Juli 2018

Wachs zugesetzt

28.07.2014 12:40

Forscher entwickeln energiesparenden Gussasphalt

Forscher der Technischen Universität (TU) Wien tüfteln an Rezepturen für Gussasphalt, der im Straßenbau nicht so stark erhitzt werden muss wie herkömmliche Mischungen. Dabei konnten sie im Labor zeigen, dass sich durch den Einsatz kleiner Mengen Wachs etwa 20 Prozent an Energie und Treibhausgasen einsparen lassen.

Im Straßenbau muss viel Energie aufgewendet werden, um Asphalte auf die nötige Temperatur zu erhitzen, bei der sie die idealen Eigenschaften zum Aufbringen auf die Straße haben. In Österreich werde dafür etwa so viel Energie aufgewendet, wie ein mittelgroßes Flusskraftwerk im Jahr erzeugt, heißt es vonseiten der TU.

Auf heimischen Straßen liegt zu etwa 90 Prozent Walzasphalt, der allerdings vor allem in innerstädtischen Bereichen auf Gehsteigen, rund um sensible historische Gebäude oder auf vielen Brücken nicht eingesetzt werden kann, da er mit schweren Maschinen verdichtet werden muss. Als Alternative wird dort Gussasphalt verwendet, erklärte Bernhard Hofko (Bild) vom Institut für Verkehrswissenschaften der TU.

Zum Einsatz des dünnflüssigeren Gemischs sind allerdings Temperaturen von etwa 230 bis 250 Grad notwendig, während beim Walzasphalt zwischen 150 und 180 Grad ausreichen. "Der Gussasphalt hat aufgrund der hohen Temperaturen doch einen signifikanten Anteil am Energieaufwand", so Hofko. Lässt sich die Temperatur reduzieren, bedeutet das also Energieeinsparungen.

Weniger Spurrinnen bei Zusatz von Wachs
Beim Walzasphalt wird dazu bereits Wachs eingesetzt, das unterhalb einer kritischen Temperatur auskristallisiert. Zur Beeinträchtigung der Haltbarkeit komme es dadurch nicht. Das Wachs wirke sogar versteifend und verringere die Anfälligkeit des Asphalts zur Spurrinnenbildung.

Die Forscher führen momentan im Rahmen eines von der Wiener Wirtschaftskammer geförderten Projekts systematische Labor-Untersuchungen dazu durch, mit welcher Gussasphalt-Rezeptur inklusive Wachszusätzen am meisten Energie gespart werden kann. Erste Ergebnisse zeigen, dass man optimale Mischungen um mindestens 30 Grad weniger erwärmen müsse - und das "bei gleichbleibend hoher Qualität", so Hofko. Dadurch würden sich auch der CO2-Ausstoß beim Asphaltieren und die Menge an für das Baustellenpersonal gesundheitsschädlichen aromatischen Kohlenwasserstoffen reduzieren.

Erste Tests für Anfang 2015 geplant
In die Produktion könnten die Ergebnisse des Forschungsprojekts vermutlich relativ einfach integriert werden. Die Tests sind bis Anfang 2015 anberaumt. Danach wird laut dem Forscher in Kooperation mit Partnern aus der Industrie daran gearbeitet, die Ergebnisse aus dem Labor auf die Straße zu bringen.

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