Tamiflu-Vorrat

Grippe-Mittel für den Mistkübel

LH Josef Pühringer spricht von „Knebelungsvertrag“ und „Millionengrab“: 665 Kilo des Grippe-Medikaments „Tamiflu“, die das Land um 5,12 Millionen Euro als Vorsorge für eine Vogelgrippe-Pandemie gekauft hat, müssen laut Vertrag mit Hoffmann La Roche ungenutzt bleiben, wenn die Seuche nicht ausbricht.

Der internationale Pharmakonzern hat Oberösterreich - wie anderen Ländern auch - einen Sonderpreis gemacht, sich dafür aber auch abgesichert. Die Medikamente müssen behördlich versiegelt werden und dürfen nur im Notfall zum Einsatz kommen. Bricht bis zum Ablaufdatum keine Pandemie aus, ist der Tamiflu-Vorrat verfallen, während gleichzeitig „normale“ Patienten und Spitäler das Mittel zum vollen Preis kaufen müssen.

Pühringer schlug daher vor, dass das Land jährlich zehn Prozent des Vorrats Spitälern geben und Ersatz für den Notfall nachkaufen würde, blitzte bei Hoffmann La Roche aber ab. „Wir müssen das zur Kenntnis nehmen“, sieht er das Land dem Konzern mit Tamiflu-Monopol ausgeliefert.

Verfallen lassen will er das Grippe-Mittel trotzdem nicht. Landesjuristen suchen einen Weg, nicht benötigtes Tamiflu Dritte-Welt-Ländern zu schenken: „Dort sterben Hunderttausende, weil Medikamente fehlen“, so Pühringer.

 

 

Foto: AP

Samstag, 27. Februar 2021
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