Nach VGH-Spruch

Trifft Fernseh-Urteil nicht nur die Bundesliga?

Vier Tage nach dem für die meisten Klubs existenzgefährdeten Urteils des Verwaltungsgerichtshofs stieg ein Krisengipfel mit Juristen, die Strategien gegen den Preisverfall der TV-Rechte entwickeln sollen. Mit dabei Pasching-Geschäftsführer Manfred Winkler und Ried-Vorstand Peter Vogl. Letzterer sagte hinterher…

…über internationale Vergleiche: Das Problem ist nicht, dass der ORF berichtet. Sondern, dass er das in Zukunft fast kostenlos darf. Wobei es in Westeuropa einzigartig ist, dass sich ein faktischer TV-Monopolist dieses Recht vor Gericht erstritten hat. In Deutschland etwa zahlt die ARD 100 Millionen Euro, um die Sportschau zu produzieren. Verpackt der ORF seine ihm zugesprochene  Sendezeit mit Interviews und Analysen, hat er ein ähnliches Produkt zum Preis von 1000 Euro pro Minute.

 …über Auswirkungen auf andere Sportarten: Wenn in der Fußball-Bundesliga jedes Spiel als Ereignis im öffentlichen Interesse angesehen wird, könnte das auch bald für die Eishockey- und Basketball-Liga gelten, für die ja Premiere die Exklusivrechte besitzt.

…über Auswirkungen auf die Red-Zac-Liga:  Die Klubs stimmten der freiwilligen Ausländer- und Altersbeschränkung nur zu, weil sie 22 Prozent der TV-Gelder kassieren. Fällt dieses Geld weg, ist das „Gentlemen-Argeement“ gestorben.

…über Auswirkungen auf Ried: „Da 50 Prozent der TV-Gelder aus dem Österreich-Topf ausbezahlt werden, würde uns das Urteil doppelt treffen. Auf Grund der wenigen Legionäre liegen wir in der Österreicher-Wertung nämlich weit vorne, weshalb unser Budget ab 2007 um mehr als ein Drittel sinken würde. Was aber bereits die Transferzeit im Sommer 2006 beeinflussen könnte. Würden wir einem Spieler einen höher dotierten Zweijahresvertrag anbieten, wäre das eigentlich schon fahrlässig, weil wir nicht wissen, wieviel Geld wir 2007 noch haben.“

 

 

 

 

 

 

Foto: Martin Parzer

Freitag, 05. März 2021
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