Am Pfarrplatz

Alter Linzer Stadtturm entdeckt

Das Mittelalter lässt grüßen: Auf der Tiefgaragenbaustelle am Linzer Pfarrplatz gelang Archäologen des Bundesdenkmalamts ein Sensationsfund: Sie entdeckten unter zweihundertjährigen Schuttschichten erstmals Fundamente eines Stadtturms aus dem 13. Jahrhundert. Historische Stadtansichten werden damit bestätigt.

Ein kleiner Schritt für die Garagenbauer, ein großer Sprung für Stadtforscher: Nahe des Lokals „miacara“ fanden die Archäologen in 3,5 bis vier Metern Tiefe die Fundamente eines hufeisenförmigen Turms mit einem Durchmesser von fünf Metern, der direkt an die Stadtmauer angebaut war: „Damit haben wir jetzt erstmals einen Teil der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung entdeckt. Schon im 17. Jahrhundert gab es unterschiedliche Darstellungen von Linz. Nun können wir feststellen, welche Bilder stimmen“, freut sich Heinz Gruber vom Bundesdenkmalamt über den Sensationsfund. Im 16. Jahrhundert wurde die Wehranlage erweitert, der Turm leicht umgebaut und mit einem Zugang zum neu entstandenen Zwinger versehen.

Kurios: In der Zeit um 1820 war man in Linz wie heutzutage am Modernisierungs-Trip: Die Stadtmauern wurden abgerissen und eingeebnet, das dazugewonnene Gelände mit Bauschutt aufgefüllt. Deshalb entdeckte man auch kaputte Kacheln von fünf verschiedenen Öfen.

Nun werden die Mauerreste des alten Turms dokumentiert und dann weggebaggert, die Tiefgaragen-Oberfläche soll 2007 fertig sein. Und die Pfarrkirche? Sie hat keine weiteren Risse abbekommen.

 

 

Bild: Bundesdenkmalamt

Samstag, 08. Mai 2021
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