Schildbürgerstreich

Kilometerlimit stoppt Polizeieinsätze

Ein Limit im Leasingvertrag - dümmer als die Polizei erlaubt: Oberösterreichs Streifenwagen radeln zwar jährlich durchschnittlich 55.000 Kilometer auf den Tacho, müssen aber bei 25.000 oder 35.000 Kilometern ihre Einsatzfahrten einbremsen oder abbrechen, damit die Porsche Bank AG ihre Autos zurücknimmt.

Auf diesen Schildbürgerstreich des Innenministeriums reagierte das Landespolizeikommando Oberösterreich am 4. Jänner mit einem grotesken Befehl für 19 Polizeiinspektionen: „Sie haben durch entsprechende Steuerungsmaßnahmen, wie z. B. Rotation oder Zuteilung von Fahrzeugen, für eine weitestgehende Einhaltung der Kilometergrenzen zu sorgen.“ Als maximale Abweichung von dieser Vorschrift seien höchstens plus/minus zehn Prozent erlaubt.

Ernste Gefahr
„Das klingt zwar wie ein Witz“, meint Verkehrsreferent Erich Haider (SP), „ist aber für die Sicherheit eine sehr ernste Gefahr, wenn sich unsere Sicherheitsbeamten bei der Überwachung einschränken und Zweitwagen ausleihen müssen, die noch nicht am Limit sind.“

Leasingfirma verbietet anbohren
Demnach müssten Autobahnpolizisten, die pro Jahr 90.000 Kilometer auf einen Tacho radeln, schon nach fünf Monaten einen weniger gebrauchten Leihwagen auftreiben, der kleiner und langsamer ist. Und noch ein Problem hat die Polizei: Die Leasingfirma verbietet das Anbohren ihrer neuen Golf Variant TDI - das Ankleben des Polizeifunks dürfte erlaubt sein.

 

 

Foto: Erich Petschenig

Mittwoch, 23. Juni 2021
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