Do, 21. Juni 2018

Tief im Regenwald

02.07.2014 16:31

Abenteuerlich: "Krone" in Brasiliens "Fort Knox"

Wie bereitet sich Gastgeber Brasilien während der WM auf seine Spiele vor? Ein Lokalaugenschein im umstrittenen Trainingslager der "Selecao".

Teresopolis. Der Taxifahrer in Rio bekommt strahlende Augen, als er das Ziel hört - "da wollte ich schon immer einmal jemanden hinführen, danke, dass ich Sie dorthin fahren darf."

Ja, es ist derzeit in aller Munde, dieses Teresopolis, rund 100 Kilometer und eine gute Autostunde von Rio entfernt. Denn dort wohnt während der WM im mondänen "Clube Comary" die brasilianische Nationalmannschaft, von dort gibt's täglich im TV Live-Sendungen.

Die andere Seite Brasiliens
Also weg von der Copacabana, hinein in den Regenwald. Teresopolis liegt im Landesinneren, während der Fahrt wird es immer kühler, teilweise hängen Nebelfetzen tief die Berge hinunter. Brasilien von seiner anderen Seite, so, wie man es weniger kennt. Daher wird die Quartierwahl von einigen Experten auch kritisiert, klimatisch nicht ideal sei es dort.

Dafür umso sicherer. Das ganze riesige Areal ist von Militär bewacht, ohne Akkreditierung hat man keine Chance - "Fort Knox im Regenwald", Sicherheit total.

Den 150.000 Einwohnern von Teresopolis ist all das egal. Sie sind natürlich stolz darauf, dass die Selecao bei ihnen wohnt, auch, weil die Stadt dadurch während der WM ein anderes Gesicht hat. Sie blüht auf, Cafés und Restaurants machen dank der Fans Rekordumsätze, an den Ständen gehen WM-Souvenirs weg wie die warmen Semmeln.

Neymar und Cesar sind gefragt
Und ab und zu öffnet das Team für alle die Pforten. "Öffentliches Training", heißt es so schön. Da dürfen sie dann zusehen, wie Neymar und Co. Hösche spielen, danach gibt's Autogramme. Am gefragtesten neben Neymar: Tormann Julio Cesar, der Held vom Chile-Spiel.

Die Journalisten verfolgen alles aus dem eigens eingerichteten Pressezentrum. Dutzende TV-Kameras sind auf den Trainingsplatz gerichtet, Radio-Reporter berichten live.

Zensuriert
Nach gut zwei Stunden ist der Spuk vorbei, die Spieler verziehen sich wieder auf ihre Zimmer, die oberhalb auf einem Hügel liegen. Was sie dort machen, bekommt die Öffentlichkeit nur zensuriert mit. Brasiliens Pressechef entscheidet, welche Fotos der verbandseigene Fotograf den Medien weitergeben darf.

Zurück in Rio lächelt mich der Taxifahrer noch einmal an: "Danke!" Er war bei seiner Selecao - und ist nun stolz und glücklich!

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