Sa, 23. Juni 2018

Rückblick in Bildern

08.07.2014 06:09

Heinz Fischer ist seit zehn Jahren Bundespräsident

Jubiläum für Bundespräsident Heinz Fischer: Am 8. Juli 2004 wurde er als neuer und insgesamt achter Bundespräsident der Zweiten Republik angelobt. In den vergangenen zehn Jahren waren für Fischer "tiefe Wasser" zu überwinden, drei Regierungen anzugeloben und Dutzende Staatsbesuche zu absolvieren. krone.at lässt das letzte Jahrzehnt des Präsidenten in Bildern Revue passieren.

Überschattet wurden die Feierlichkeiten zur Amtseinführung im Jahr 2004 vom tragischen Tod seines Vorgängers Thomas Klestil, der nur 36 Stunden vor Ablauf seiner Amtszeit verstorben war. Klestil brach am Montag, dem 5. Juli, in seiner Privatvilla zusammen, am Tag darauf verstarb er an Multiorganversagen. Und so rief das offizielle Österreich, das eigentlich ganz auf die Angelobung des neuen Präsidenten Fischer eingestellt war, Staatstrauer aus.

Das Nationalratspräsidium übernahm vorübergehend die Funktion des Staatsoberhaupts. Am Donnerstag wurde Fischer angelobt - die Feierlichkeiten wurden freilich auf ein Minimum beschränkt -, und gleich im Anschluss fand die Trauerfeier der Republik für Klestil statt. Am Samstag schließlich wurde er mit einem feierlichen Staatsbegräbnis am Zentralfriedhof beigesetzt.

"Tiefes Wasser" zum Auftakt
All das sei "tiefes Wasser" zum Auftakt gewesen, blickte Fischer später zurück. Ungeachtet der Turbulenzen zu seinem Antritt erfreute er sich vom Start weg hoher Beliebtheitswerte. Motto seiner Amtszeit wurde, Brücken zu bauen und das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. In den ersten sechs Jahren musste sich der Parlamentarier mit Herz und Seele, der als sozialdemokratisches Urgestein seine Parteimitgliedschaft bei der SPÖ ruhend stellte, von Kritikern mitunter zu große Zurückhaltung und Vorsicht in seinen Äußerungen vorwerfen lassen - manch einer vermisste "Machtworte" seitens des Staatsoberhauptes.

Die auszusprechen, sei aber in einer Demokratie mitnichten sein Job, meinte Fischer dazu stets sinngemäß. In grundsätzlichen Fragen - Stichwort etwa soziale Gerechtigkeit oder Homosexuellen-Partnerschaften - positionierte er sich durchaus, nicht immer zur Freude der ÖVP. Als dezidierter Verfechter der Großen Koalition machte er sowohl 2006 als auch 2008 nach den jeweiligen Wahlen keinen Hehl daraus, welche Regierung er gerne angeloben würde, und bekam, was er wünschte.

Mit 79,33 Prozent wiedergewählt
Sein Amt legte der begeisterte Bergsteiger Fischer, der rege Reisetätigkeit an den Tag legte, durchwegs volksnah an, die Präsidentschaftskanzlei unterzog er einer sanften Durchlüftung. Alles in allem schien er sich in seiner ersten Amtszeit schlicht pudelwohl in seiner Rolle zu fühlen, und so überraschte es auch nicht, als er 2010 ein weiteres Mal antrat. Die ÖVP stellte keinen Gegenkandidaten auf, und der Amtsinhaber erreichte 79,33 Prozent der Stimmen, nach 52,39 Prozent 2004 gegen Benita Ferrero-Waldner.

Zum Einstand seiner zweiten Amtsperiode machte Fischer dann klar, dass er künftig plane, etwas deutlicher zu werden, als er zu seiner Angelobung am 8. Juli 2010 auf Slowenisch ("Cas je zrel" - die Zeit ist reif) auf eine Lösung der Kärntner Ortstafelfrage drängte. Kein Geheimnis machte der oberste Befehlshaber in der Wehrpflichtdebatte aus seiner Präferenz für einen Erhalt des Präsenzdiensts.

Regierung bei Sparpaket in die Parade gefahren
Fischer hat in seiner zweiten Funktionsperiode wiederholt Sympathien für Vermögenssteuern erkennen lassen, er bezog eindeutige Position in der Debatte über verpflichtende Volksabstimmungen und fuhr der Regierung in die Parade, als sie seiner Ansicht nach zu schnell ein Sparpaket unterzeichnet haben wollte. Ein weiteres Mal gelobte er eine rot-schwarze Regierung an, und zwar nicht ohne die "Neuen" in der Regierung zuvor zu sich zu bitten. Danach bekam das Kabinett Faymann II von ihm einen "Vertrauensvorschuss".

In seinen zweiten sechs Jahren hat der 75-jährige Fischer auch jegliche Scheu vor dem Social Web abgelegt. Twitter-Account hat er zwar keinen, doch eine gut gepflegte Homepage und einen Facebook-Account. Da kann man schon einmal per Video Zeuge werden, wie der erste Mann im Staat einen Tandem-Fallschirmsprung absolviert.

"Guten Morgen"-Gratulation für "Willkommen Österreich"
Und sogar einen Hauch Selbstironie gönnte sich der Bundespräsident unlängst, als es galt, der ORF-Comedy "Willkommen Österreich" zur 250. Folge zu gratulieren (das Video sehen Sie hier). Nachdem ihn die Frontmänner Dirk Stermann und Christoph Grissemann seit Jahren durch den Kakao ziehen, revanchierte er sich mit einer Videobotschaft und einem herzhaften "Guten Morgen" (der Running Gag der Parodien).

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