11.01.2006 09:04 |

"Todeslisten"-Terror

Neue Drohbriefe in Umhausen aufgetaucht

Nach der ominösen "Todesliste", die das Ötztaler Dorf Umhausen jahrelang in Atem gehalten hatte, sind in der Tiroler Gemeinde nun neuerlich Drohbriefe aufgetaucht. Das Landeskriminalamt ermittelt gegen unbekannte Täter. Die Briefe wurden in den Monaten November und Dezember des Vorjahres an verschiedene Bewohner verschickt.

Es handelt sich um insgesamt acht anonyme Schreiben. Zudem habe es einige Drohanrufe gegeben. Über den Inhalt wollte der Leiter des Landeskriminalamtes, Pupp, vorerst nichts verraten. Auch an wen die Drohungen gerichtet waren, gab er mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bekannt. Das Landeskriminalamt erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Angst und Schrecken in Umhausen
In dem rund 3.000 Einwohner zählenden Dorf hatte es in den Jahren 2001 bis 2003 zahlreiche Drohbriefe und -anrufe gegeben. Für Angst und Schrecken sorgte schließlich eine "Todesliste" mit dem Namen von 25 Bewohnern. Es wurde angekündigt, dass die angeführten Personen am 2. Februar 2004 ermordet werden sollten.

Als mutmaßliche Täterin wurde später eine 43-jährige Frau aus Umhausen ausgeforscht. Sie hatte zunächst ein Geständnis abgelegt, es dann aber widerrufen. Im Juni 2005 wurde die Hausfrau am Landesgericht Innsbruck zu einer teils bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Dieses Urteil wurde im Dezember vom Obersten Gerichtshof teilweise aufgehoben. Die Todesdrohungen hatten für großes mediales Aufsehen gesorgt.

Montag, 08. März 2021
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