18.06.2014 10:21 |

Mexikos Supergoalie

Guillermo Ochoa: Vom Dopingsünder zum Volkshelden

Mexiko hat einen neuen Volkshelden: Guillermo Ochoa. Der Teamtorhüter brachte am Dienstagabend die brasilianischen Superstars reihenweise zum Verzweifeln und sicherte Mexiko das 0:0. Vor drei Jahren hatte Ochoa noch ganz andere Sorgen: Beim Gold Cup wurde er positiv auf Doping getestet - und prompt nach Hause geschickt.
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Ochoas Landsleute huldigten dem Wuschelkopf überschwänglich. Wenige Minuten nach Abpfiff des Spiels gegen Brasilien tauchten im Nachrichtendienst Twitter Fotocollagen des Keepers in Heldenpose auf. Ein Bild zeigte Ochoa als Superman, ein anderes als Jesus.

Die besten Paraden Ochoas vom Spiel gegen Brasilien finden Sie im Storyvideo oben.

Fans montierten den Kopf des 28-Jährigen unter der Überschrift "Mexiko retten" auf das US-Magazin "Time". Im Original zeigte der Titel im Februar Mexikos Präsidenten Enrique Pena Nieto. In einer weiteren Montage war der Tormann vom AC Ajaccio als massive Backsteinmauer mit Kopf und Händen zu sehen, auf die ein Panzer zurollt. Ein Nutzer schrieb über das Foto eines mexikanischen Fans: "Ich stelle Ochoa vor meine Tochter - damit ihr niemand zu nahe kommt."

"Unglaubliches Spiel"
"Ochoa hat ein unglaubliches Spiel gemacht", jubelte selbst Teamchef Miguel Herrera über seinen bärenstarken Schlussmann. Der selbst gab sich bescheiden und demütig: "Ich danke Gott für dieses Spiel."

2011 positiv auf Clenbuterol getestet
Dass er bei der laufenden WM überhaupt das Teamtor hüten darf, schien vor drei Jahren noch mehr als fraglich. Am 9. Juni 2011 wurden Ochoa und seine vier Teamkollegen Francisco Rodriguez, Edgar Duenas, Antonio Naelson und Christian Bermudez während des Gold Cups in den USA positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet. Das Qunitett musste das Teamquartier verlassen.

Stets Unschuld beteuert
Die Spieler wiesen daraufhin stets jegliche Schuld von sich, führten den positiven Befund auf den Verzehr verunreinigten Fleisches zurück. "Das ist einfach Pech, das kann immer passieren", hatte Ochoa damals versucht sich zu rechtfertigen.

Keine Strafe vom Verband
Der mexikanische Verband stellte sich jedenfalls schützend hinter die beschuldigen Spieler und sah von einer Strafe ab. Die Kicker seien Opfer "außergewöhnlicher Umstände" geworden, hieß in einer offiziellen Stellungnahme. Ochoa konnte seine Teamkarriere also fortsetzen. Und spätestens seit seinen Zauberreflexen gegen Neymar und Co. am Dienstag ist ihm in Mexiko niemand mehr ob seiner umstrittenen Vergangenheit böse.

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