15.06.2014 14:43 |

Taliban-Angriffe

Afghanistan: Rund 250 Tote am Wahltag

Die Stichwahl für das Präsidentenamt in Afghanistan ist von Anschlägen, Angriffen und Gefechten mit rund 250 Toten überschattet worden. Der Samstag war damit der blutigste Wahltag in Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Aufständische verübten 273 Angriffe und Anschläge, um die Abstimmung zu stören, wie das Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte.

Bei der Stichwahl waren Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sowie der frühere Finanzminister Ashraf Ghani gegeneinander angetreten. Es handelt sich um den ersten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte des Landes.

Nach der von Gewalt überschatteten Stichwahl droht Afghanistan ein wochenlanges politisches Vakuum. Während Abdullah die Angaben der Wahlkommission zum Verlauf der Abstimmung anzweifelte, reklamierte sein Gegenkandidat bereits den Sieg für sich.

Stimmzettel treffen in Hauptquartier ein
Am Sonntag trafen im Hauptquartier der Wahlkommission (IEC) in Kabul erste Stimmzettel zur Auszählung ein. Mehr als sieben Millionen Afghanen hatten am Samstag den Angriffen der Taliban getrotzt und einen Nachfolger für Präsident Hamid Karzai gewählt. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 60 Prozent weit über den Erwartungen. Frauen stellten nach IEC-Angaben 38 Prozent der Wähler.

Das vorläufige Wahlergebnis will die IEC wegen der langwierigen Stimmenauszählung und der Überprüfung von Betrugsvorwürfen erst am 2. Juli verkünden. Die Bekanntgabe des Endergebnisses ist für den 22. Juli geplant, die Amtseinführung des neuen Präsidenten soll am 2. August stattfinden.

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