Für Umweltschutz

Der Kampf hat sich gelohnt!

In der Lambacher Au begann vor zehn Jahren die längste Besetzungsaktion in der Geschichte der heimischen Umweltschutzbewegung. Zuerst waren sie machtlos: Als am 9. Jänner 1996 die Schlägerungen für den Kraftwerksbau in Lambach begannen, konnten die Naturschützer nur wenige Gleichgesinnte mobilisieren. Nach drei Stunden war der halbe Auwald auf der Seite von Stadl-Paura abgeholzt. Aus dem ersten Rückschlag wurde ein drei Monate dauernder Kampf, der sich letztlich für alle gelohnt hat.

Ein ungleicher Kampf Bürger gegen Mächtige, in dem die „Krone“ wie schon zwölf Jahre zuvor in Hainburg auf der Seite der umweltbewussten Bürger stand, die von der „Bürgerinitiative Traun“ aus Stadl-Paura und später von „Global 2000“ aus ganz Österreich kamen.

Mit Camps Bauplätze blockiert
Zum Symbol des Widerstands wurde das Teehäferl, das jeder umgehängt hatte. Heißer Tee half den Aubesetzern, bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad auszuharren. Mit Camps im Auwald blockierten sie die Bauplätze, ketteten sich an Bäume, kletterten auf Kräne und stellten sich vor Bulldozer, wurden von der Gendarmerie weggetragen und kamen stets wieder zurück - bis am 11. April das Verwaltungsgericht den Lambach-Bescheid aufhob und den Bau stoppte.

Energie AG dachte um
Betreiberin OKA, die heutige Energie AG, dachte um. Das „neue“ Kraftwerk, das im Mai 2000 fertig wurde, errichtete sie mit mehr Rücksicht auf Auwald und Tierwelt, aber ohne die ursprünglich mitgeplanten Staustufen Saag und Riesenberg. Bei neuen Projekten bedenkt sie die Ökologie von Anfang an mit. Als erste Energiegesellschaft Österreichs erließ sie für die Beteiligung der Bevölkerung „demokratiepolitische Grundsätze“, die sie in Lambach entwickelte.

So war die Aubesetzung in Oberösterreich zwar kein „zweites Hainburg“, aber sie hat den Umgang der Energieversorger mit der Natur und den Bürgern für immer verändert.

 

 

Foto: Chris Koller

Donnerstag, 25. Februar 2021
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