06.01.2006 16:07 |

Gefahr von oben

Dachlawinen knallen mit 70 km/h auf den Boden

Von einem fünf Meter hohen Haus ist eine nasse Lawine lediglich eine Sekunde bis zum Boden unterwegs. ZUm Ausweichen bleibt wenig Zeit. Mit bis zu 500 Kilogramm pro Kubikmeter kann eine Dachlawine gehörige Schäden anrichten. Todesfälle durch herabstürzende Schnee- und Eismassen sind selten, kommen aber vor. Die Geschwindigkeit, die eine Dachlawine bei ihrem Weg auf Straße oder Gehsteig erreicht, hängt in erster Linie von der Fallhöhe und dem Zustand des Schnees ab. Laut Experten sind um die 70 km/h möglich.

Vernachlässigt man den Luftwiderstand, beschleunigt ein Körper auf der Erde - unabhängig von seiner Masse - nach der so genannten Fall- oder Gravitationsbeschleunigung. Demnach würde ein Dachlawine nach dem Fall von einem fünf Meter hohen Haus 36 Stundenkilometer und von einem 20 Meter hohen Haus 72 Stundenkilometer erreichen. Sehr schwere, nasse Dachlawinen erreichen solche Werte laut Experten auch annähernd.

Bei Pulverschnee löst sich die Lawine dagegen während des Falls auf, und es kommt verstärkt der Luftwiderstand zu tragen. Halten dieser und die Erdbeschleunigung einander die Waage, geht es nicht mehr schneller. So erreicht eine einzelne Schneeflocke maximal ein bis zwei Meter pro Sekunde - also höchstens rund sieben Stundenkilometer.

Auch das Gewicht einer Dachlawine hängt stark von ihrer Zusammensetzung ab. Frisch gefallener, sehr luftiger Pulverschnee wiegt pro Kubikmeter gerade einmal 50 bis 200 Kilogramm. Eine kompakte, nasse Lawine kann dagegen bei entsprechend hohem Wassergehalt bis zu 500 Kilogramm pro Kubikmeter erreichen. So manches Dach eines parkenden Autos ist unter dieser Last schon zusammengebrochen.

Will ein Mensch die Gefahr eines Dachlawinenschadens vermeiden, so sollte er schon vorsorglich nach oben blicken und Warnstangen beachten.

Montag, 10. Mai 2021
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