09.06.2014 10:02 |

Geländer eingestürzt

"Liebesschlösser" zu schwer für Pariser Brücke

Die schwere Last der Liebe war am Ende zu viel für die Pont des Arts: Ein Teil des mit Tausenden "Liebesschlössern" behängten Brückengeländers über der Pariser Seine ist am Sonntagnachmittag auf 2,4 Metern Länge eingestürzt. Die berühmte Fußgängerbrücke wurde sofort evakuiert und abgesperrt, wie die Polizei mitteilte.
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Selbst in der "Stadt der Liebe" kann es mit den Zuneigungsbeweisen irgendwann zu viel werden: Im Falle der Pont des Arts waren die Tausenden Schlösser einfach zu schwer. Am Montag soll die 150 Meter lange Brücke, die das Louvre-Museum und das linke Seine-Ufer verbindet, wieder geöffnet werden. Verletzte habe es nicht gegeben, berichtete die Polizei. Auf Twitter machten bereits Bilder des eingestürzten Geländers die Runde.

Das Phänomen der schwer wiegenden Liebesbeweise, die die Brücke auf ganzer Länge säumen, bereitet der Stadtverwaltung schon seit längerem Kopfzerbrechen. Da seit dem Beginn der Mode im Jahr 2008 immer mehr Paare ihr Liebesschloss anbringen und wegen des Platzmangels inzwischen sogar an bereits festgemachten Vorhängeschlössern in zweiter und dritter Reihe befestigen, wächst die Last stetig.

Gefahr für Touristenschiffe
"Das hat verrückte Ausmaße erreicht", beschwert sich der Bürgermeister des Viertels an der Pont des Arts, Jean-Pierre Lecoq, im vergangenen Jahr. "Wenn eines Tages ein Stück Brüstung mit mehreren Kilo Vorhängeschlössern dran einem Touristen auf einem Boot auf den Kopf fällt, könnte ihn das schwer verletzen oder ihn sogar töten." Unter den Brücken von Paris fahren täglich Touristenschiffe mit Hunderten Besuchern die Seine auf und ab.

Auch wenn der Vorfall am Sonntag letztlich glimpflich verlief, dürfte der Geländereinsturz die Debatte um den Schlösserwald neu entfachen. In manchen europäischen Städten, in denen die Mode ebenfalls verbreitet ist, werden "Liebesschlösser" regelmäßig abmontiert - oder sie sind gleich ganz verboten. In der "Stadt der Liebe" war man vor derart drastischen Schritten bisher zurückgeschreckt.

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