03.01.2006 14:21 |

Schnell, schnell!

Eltern haben zu wenig Zeit für ihre Kinder

Wir wollen ja nicht schimpfen, aber: Eltern sind sich offenbar zu wenig bewusst, welche Verantwortung sie für die Entwicklung ihrer Kinder haben. Sollten sich mehr Zeit nehmen und mehr loben, fordern Lehrer. Tatsächlich haben sie keine Zeit und bauen stattdessen Erfolgsdruck auf.

Wichtig wäre es demnach auch, gemeinsame Mahlzeiten zur Regel zu machen, vor allem aber die Kinder ernst zu nehmen. Die Bitte der Lehrer: „Hören Sie Ihrem Kind erst einmal zu.“ Wenn Kinder einen Vorfall aus der Schule besprechen wollen, dürfe man sie nicht vertrösten, sondern müsse sich möglichst umgehend mit dem Problem befassen.  

Von wegen TV als Babysitter
Im Auftrag des Magazins Reader’s Digest befragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid 500 Lehrer an deutschen Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie an Gymnasien. Ein Rat von vielen: Eltern sollten öfters mal auf eigene Freizeitaktivitäten verzichten, um mehr Zeit für die Kinder zu haben. So sei es sinnvoll, mit den Kindern eine gemeinsame Fahrradtour oder eine Wanderung zu machen, statt die Kinder vor dem Fernseher oder am Computer sitzen zu lassen, um selbst Ruhe zu haben.
 

Zuwendung stärkt das Selbstwertgefühl
„Da bekommen Kinder das neueste Handy, die teuersten Turnschuhe, aber die Kinder gehen kein einziges Mal mit ihnen in den Wald“, beklagt eine Lehrerin in der Umfrage. Auch Zuwendung sei Mangelware: „Loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas gut gemacht hat oder sich besonders angestrengt hat. Liebevolle Zuwendung stärkt sein Selbstwertgefühl“, so der Tipp der Lehrer. 
 

Aus Sicht der Pädagogen sollten Kinder daheim einen verlässlichen Tagesablauf haben, um gefestigt zu sein. „Morgens gemeinsam aufstehen und frühstücken“, lautet der dringende Rat. Überhaupt gelten regelmäßige Mahlzeiten als besonders wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familie.  

Mit Blick auf die Schulnoten warnen die Lehrer vor überzogenen Reaktionen: Nich Schimpfen, sondern den Kindern zu zeigen, dass die Liebe zu ihnen nicht von den Schulnoten abhängt, sei die Devise.  

Es geht nicht immer gleich gut
Darüber hinaus fordern die Lehrer die Eltern auf, die unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Kinder zu respektieren. Es gebe Phasen, in denen Kindern das Lernen leichter, dann wieder schwerer fällt. „Gerade in der Pubertät, in der siebten und achten Klasse, ist das oft schwierig.“ Wichtig sei deshalb, Probleme frühzeitig zu erkennen und anzusprechen. Die Pädagogen raten deshalb dazu, Elternabende, Sprechtage und Schulfeste zu besuchen und dort den Kontakt mit den Lehrern zu suchen.

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Montag, 10. Mai 2021
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