15.04.2014 06:50 |

Provokation vor Krim

Russischer Kampfjet donnerte an US-Schiff vorbei

Das US-Verteidigungsministerium hat sich am Montag über eine russische "Provokation" im Schwarzen Meer beschwert. Ein russischer Jagdbomber sei am Samstag zwölf Mal im Tiefflug am US-Zerstörer "USS Donald Cook" vorbeigeflogen. Der Zerstörer sei zu diesem Zeitpunkt in internationalen Gewässern vor der rumänischen Küste unterwegs gewesen.

Mit der "provokativen und unprofessionellen" Aktion habe die russische Luftwaffe gegen internationale Protokolle verstoßen, sagte Pentagon-Sprecher Steven Warren. Demnach reagierte der russische Pilot nicht auf Funksprüche der "Donald Cook".

Die Aktion habe rund 90 Minuten gedauert, bei einigen Flügen sei der Jagdbomber vom Typ "Su-24" dicht über die Wellen geflogen. Aus Militärkreisen hieß es, er sei bis auf weniger als 1.000 Meter an den US-Zerstörer herangekommen.

Die "Donald Cook" war am 10. April wegen der Krim-Krise ins Schwarze Meer geschickt worden, um die Solidarität der US-Streitkräfte mit den NATO-Verbündeten in Osteuropa zu zeigen.

Eine Bedrohung hätten die offenbar unbewaffnete russische Maschine und ein zweiter Jagdbomber, der mit größerem Abstand in der Region unterwegs gewesen sei, nicht dargestellt. Gegen zwei Flugzeuge könne sich der Zerstörer alleine wehren. "Es handelte sich einfach um eine Provokation", sagte Pentagon-Sprecher Warren.

Erneutes Krisentelefonat zwischen Obama und Putin
Zum wiederholten Male haben sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege Barack Obama telefonisch über die Krise in der Ukraine beraten. Doch außer altbekannten Vorwürfen und Dementis auf beiden Seiten gab es keinerlei Annäherungen. So warf Obama Putin vor, hinter den separatistischen Unruhen im Osten der Ukraine zu stecken und die prorussischen Milizen zu unterstützen. Putin wies die Anschuldigungen zurück und forderte den US-Präsidenten auf, ein gewaltsames Vorgehen der Führung in Kiew gegen die prorussischen Demonstranten und Besetzer zu unterbinden und damit ein Blutvergießen in dem osteuropäischen Land zu verhindern.

Indirekt drohte Obama Putin mit weiteren Sanktionen: Die Kosten für Russland würden sich erhöhen, wenn seine Aktivitäten in der Ukraine fortdauerten, sagte Obama dem Weißen Haus zufolge in dem Telefonat. Beide Staatschefs vereinbarten den Angaben zufolge, die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts im Vorfeld der für Donnerstag geplanten Verhandlungsrunde in Genf fortzusetzen.

Wirbel um Besuch des CIA-Direktors in Kiew
Der Geheimdienst CIA wies unterdessen Vorwürfe zurück, CIA-Direktor John Brennan habe bei einem Besuch in der Ukraine zu Gewalt gegen Separatisten angestiftet. Das hatte der entmachtete und nach Russland geflohene ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch zuvor gesagt. Auch in russischen Medien war über den Hintergrund von Brennans Besuch spekuliert worden. Die Behauptung, er hätte ukrainische Behörden zu "taktischen Einsätzen" ermutigt, sei "komplett falsch", sagte CIA-Sprecher Todd Ebitz laut einem Bericht der "Los Angeles Times". Das Weiße Haus bestätigte, dass Brennan am Wochenende in Kiew war.

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