Mo, 23. Juli 2018

19.12.2005 19:14

Linzer Oper zum Großstadt-Preis

130 bis 180 Millionen Euro kosten die drei derzeit in Diskussion stehenden Theater-Varianten an der Linzer Blumau - und spielen, auf die Kosten pro Zuschauerplatz umgerechnet, preislich eher in der Großstadt-Liga á la Oslo und Kopenhagen. Sie sind im Mittel mehr als doppelt so teuer wie das neue Theater in Erfurt und kosten das Vierfache der neuen Oper auf Teneriffa.

Beim bis zu 263 Millionen Euro teuren „Opern-Turm“ an der Blumau würden 180 Millionen Euro dem Theater zugerechnet werden können, meint Planungsstadtrat Klaus Luger (SP); die beiden anderen noch in Diskussion stehenden Varianten werden derzeit grob mit 160 und 130 Millionen Euro beziffert. Das würde 130.000 bis 180.000 Euro Errichtungskosten pro Zuschauerplatz bedeuten - womit die Linzer Oper eher in der Liga von nationalen Hauptstädten spielen würde.

Zum Beispiel Kopenhagen (Dänemark): Dort wurde im Jänner 2005 ein Opernhaus mit 1500 Plätzen eröffnet, das sich ein privater Mäzen 335 Millionen Euro kosten ließ. Macht 223.300 Euro pro Platz. Die neue Oper für Oslo (Norwegen), aus einem Großen Haus mit 1350 und einem Kleinen mit 400 Zuschauerplätzen bestehend, die im Jahr 2008 mit Pomp eröffnet werden soll, dürfte 422 Millionen Euro kosten - das sind 241.000 Euro je Zuschauerplatz.

Teneriffa günstiger als Linz
Deutlich kostengünstiger als in Linz und den nordischen Hauptstädten ist das neue, 2003 eröffnete Opernhaus in Erfurt (Thüringen) ausgefallen: 60 Millionen Euro für 800 plus 200 Plätze bedeuten eine Investition von 60.000 Euro je Zuschauerplatz. Und das ebenfalls seit September 2003 neue, spektakuläre Konzerthaus auf Teneriffa mit insgesamt 2060 (1660 plus 400) Plätzen hat 72 Millionen Euro gekostet  das sind gar nur 35.000 Euro je Zuschauerplatz…

SP sucht noch Theaterlinie
Während sich die Linzer SP - personifiziert durch Planungsstadtrat Klaus Luger - den „Opern-Turm“ an der Blumau wünscht, sieht Landesvize Erich Haider seine Partei noch auf der Suche: „Die Meinungsbildung ist bei uns noch nicht abgeschlossen.“

Bringschuld von LH Pühringer
Haider sieht dabei auch eine Bringschuld bei LH Josef Pühringer (VP): „Der Landeshauptmann muss die Karten auf den Tisch legen.“ Denn: „Die SP hatte keinen Vertreter in der Jury“, wie Haider angibt. Vor der endgültigen Jury-Entscheidung - die die Politiker allerdings nicht auf ein bestimmtes Projekt zu verpflichten vermag - wird der Landeshauptmann das aber aufgrund von Verschwiegenheitspflichten wohl kaum tun.

Eines stellt Haider aber trotz des frühen Vorstoßes der Linzer SP für den Turm klar: „Bürgermeister Dobusch und ich lassen uns sicher nicht auseinanderdividieren.“

Auch Schwarzgrün und die SP sollten sich in dieser Frage nicht auseinanderdividieren lassen, meint der SP-Landeschef: „Am Ende muss es einen gemeinsamen Regierungsbeschluss von VP, SP und den Grünen über das Theaterprojekt geben.“

 

 

Foto: Stadttheater Klagenfurt

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