Do, 21. Juni 2018

Mit Diesel-Power

13.12.2005 15:39

Audi will Le Mans mit Diesel-Boliden gewinnen

Mit einer technischen Revolution will Audi Motorsport-Geschichte schreiben und als erster Automobil-Hersteller beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans den Gesamtsieg mit einem Dieselmotor einfahren. "Das hat noch niemand gewagt. Unser Ziel ist ehrgeizig, aber wir schaffen das", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn am Dienstag bei der Weltpremiere des R10 in Paris.

"Es war fantastisch. Ich hatte Gänsehaut", sagte der insgesamt siebenfache Le-Mans-Gewinner Tom Kristensen, nachdem er den 650 PS-Wagen mit 5,5 Litern Hubraum vom Eiffelturm aus rund einen halben Kilometer weit gefahren hatte. "Bei niedriger Geschwindigkeit hört man den Motor nicht gegen den Fahrtwind", sagte Kristensen, dessen Begeisterung über den neuen Wagen ungebremst war: "Das war eine einzigartige Erfahrung, diesen Diesel zu fahren."

Lang gereifte Überlegung
Die Idee, in Le Mans mit einem Diesel an den Start zu gehen, sei vor "ziemlich genau zwei Jahren" geboren worden, sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Erstmals auf dem Prüfstand war das innovative Konzept im Juli dieses Jahres. "Wir wissen natürlich, dass die Latte, die wir mit dem R8 gelegt haben, sehr hoch ist", räumte er ein: "Das R10-Projekt ist die größte Herausforderung, die je an Audi gestellt wurde."

Vorgänger megaerfolgreich
Immerhin erzielte Audi mit dem R8-Vorgängermodell 61 Siege bei 77 Einsätzen. "Wir wollen der Welt zeigen, dass es möglich ist, auch mit einem Diesel zu gewinnen", betonte Ullrich. Leerlauf soll es dabei keinen geben, den Sieg wollen die Ingolstädter bereits am 17./18. Juni 2006 ansteuern. "Wir können es nicht garantieren, aber das muss unser Ziel sein", so Ullrich.

Diesel mit 370 km/h Spitze
Vorteile des mit dem Diesel-Aggregat angetrieben Wagens, dessen Radstand wegen des größeren Motors verlängert wurde, sind das enorme Drehmoment und der geringere Kraftstoffverbrauch. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 370 Stundenkilometern.

In Le Mans, so die Berechnungen der Audi-Ingenieure, könne der Bolide eine bis zwei Runden mehr mit vollem Tank fahren als der R8. Mit diesem Modell hat Audi vor über viereinhalb Jahren mit dem tödlichen Unfall wegen eines Reifenschadens am R8 von Michele Alboreto bei Hochgeschwindigkeits-Testfahrten auf dem Lausitzring jedoch eine schwarze Stunde erlebt.

Audi siegessicher
Der neue Wagen ist dem Reglement entsprechend mit einem zweiten Überrollbügel ausgestattet und hat eine spitzere Nase. Das an den Motor angepasste Monocoque ist etwas anders als beim R8, der bei seinen sieben Starts seit 1999 fünf Mal erfolgreich war. Der neue Bolide soll nun getestet werden. Zweifel am Erfolg hegen die Ingolstädter nicht. "Wenn wir vom Potenzial nicht überzeugt wären, hätten wir diesen Schritt nicht gemacht", so Winterkorn.

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