Warnstufe Rot

GB: Nach Überschwemmungen wüten nun schwere Stürme

Ausland
13.02.2014 13:47
Nach den schweren Überschwemmungen in Großbritannien kämpft das Land nun mit heftigen Stürmen. Hurrikanartige Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern rissen Hochspannungsleitungen ab, Zehntausende Haushalte waren am Donnerstag nach Angaben der Versorgergesellschaften ohne Strom. Der Koordinator der Rettungseinsätze der Streitkräfte, Patrick Sanders, sprach von einer "nahezu unvergleichlichen Naturkatastrophe".

Am Mittwochabend hatten rund 147.000 Haushalte wegen der starken Atlantikstürme keinen Strom. Bis Donnerstag früh konnte die Zahl dank nächtlicher Einsätze von Mitarbeitern auf 80.000 verringert werden. Besonders betroffen von den Stromausfällen sei Wales, teilte die Vereinigung der Betreiberfirmen, Energy Networks Association, mit. Alles werde versucht, um die flächendeckende Wiederherstellung der Stromversorgung zu gewährleisten, hieß es.

Mann starb an elektrischem Schlag
In der Grafschaft Wiltshire im Südwesten Englands starb ein etwa 70-jähriger Mann an einem elektrischen Schlag, als er einen Baum entfernen wollte, der eine Stromleitung heruntergerissen hatte. In der nordenglischen Grafschaft Yorkshire steckte am Donnerstag ein Zug mit Hunderten Pendlern stundenlang fest, nachdem eine Oberleitung auf die Gleise gefallen war. Nach Militärangaben sind über 1.600 Soldaten im Einsatz, um örtliche Rettungskräfte und die betroffene Bevölkerung zu unterstützen.

Höchste Sturmwarnstufe ausgegeben
Der nationale Wetterdienst gab die höchste Sturmwarnstufe Rot aus, weil im Westen von Wales und in Nordwestengland "außergewöhnlich starke Winde" erwartet wurden. Am Freitag könnte nach Angaben der Meteorologen zudem bis zu 70 Millimeter Regen im Südwesten Englands fallen. Für die Themse wird der höchste Wasserstand seit mehr als 60 Jahren erwartet. Dörfer und Städte westlich von London rechneten mit erneuten Überschwemmungen.

Regenreichster Winter seit 250 Jahren
Der Südwesten Großbritanniens leidet bereits seit Wochen unter starkem Regen, das Land erlebt derzeit den regenreichsten Winter seit 250 Jahren. Seit Dezember wurden nach Angaben der Behörden mehr als 5.800 Häuser überschwemmt. Viele Bewohner der betroffenen Regionen werfen der Regierung vor, zu spät gehandelt zu haben. Erst am Dienstag hatten Premierminister David Cameron und andere Politiker zum ersten Mal die Flutgebiete besucht.

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