Schon 12 Tote

Süden der USA versinkt erneut im Winterchaos

Ausland
13.02.2014 12:26
Während bei uns in Teilen des Landes frühlingshafte Temperaturen herrschen, versinken mehrere südliche US-Bundesstaaten erneut in Eis und Schnee. Mindestens zwölf Menschen kamen laut Medienberichten bis Donnerstagmorgen ums Leben. Von Texas bis an die Ostküste waren zudem mehr als 600.000 Haushalte und Betriebe wegen beschädigter Leitungen ohne Strom, wie der Sender CNN meldete.

Mehr als 3.700 Flüge wurden am Mittwoch gestrichen, berichtete die Website Flightaware.com. Für Donnerstag seien vorsorglich bereits mehr als 4.000 Flüge abgesagt worden, hieß es weiter. Der Wetterkanal "Weather Channel" bezeichnete den erneuten Wintereinbruch im wärmeverwöhnten Süden als einen der schlimmsten seit Jahren.

Obama rief für 126 Bezirke den Notstand aus

Am schlimmsten traf das Unwetter Georgia und South Carolina, wo US-Präsident Barack Obama für 126 Bezirke den Notstand ausgerufen hat. Er werde laufend über die "sehr komplexe Wetterlage" informiert, sagte Regierungssprecher Jay Carney.

Blitzeis und Schnee brachten vielerorts auch den Straßenverkehr zum Stillstand - selbst Streuwagen und Räumfahrzeuge blieben stecken. "Bleiben Sie zu Hause, wenn sie können", forderten die Behörden in North Carolina die Bewohner auf. Festsitzende Autofahrer riefen sie auf, ihre Wagen nicht zu verlassen, sondern sich warm zu halten und auf Hilfe zu warten.

Die Nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA stand in den betroffenen Staaten mit Generatoren, Wasser, Essen, Decken und Pritschen bereit. Weniger geplagte Orte liehen zusätzliche Streufahrzeuge an ihre Nachbarn aus.

Wetterbehörde warnt vor "katastrophalem Ereignis"
Die nationale Wetterbehörde warnte ihrerseits, die neuen Schneestürme könnten sich zu einem "katastrophalen Ereignis" ausweiten. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, sich mit Wasser und Lebensmitteln für den Notfall einzudecken. "Stocken Sie ihre Vorräte auf", riet Georgias Gouverneur Nathan Deal.

Hunderttausende Betten standen in Notunterkünften für diejenigen bereit, die wegen glatter Straßen nicht nach Hause fahren konnten. Mancherorts kam es trotzdem zu langen Staus auf den Highways.

Bereits am Mittwoch wurden Schulen geschlossen, um Einsatzkräften die Aufräum- und die Reparaturarbeiten an Stromleitungen zu erleichtern. Auch am Donnerstag sind Schulschließungen angeordnet. Weil in den USA viele Leitungen überirdisch an Masten verlaufen, können Äste und Bäume, die unter den Schnee- und Eismassen auf Kabel stürzen, ganze Nachbarschaften vom Stromnetz abkoppeln. Gouverneur Deal warnte vor auf der Straße liegenden Stromleitungen.

Schnee legt auch Washington lahm
In der Hauptstadt Washington fielen unterdessen die ersten Schneeflocken und bedeckten die Metropole mit einer weißen Schicht. Im Laufe des Donnerstags soll die Schneedecke dort bis zu 30 Zentimeter dick werden. Auch die Schulen von Washington bleiben am Donnerstag wegen des Schneesturms geschlossen, und auch im benachbarten Bundesstaat Maryland sollen die Kinder zu Hause bleiben.

Auch das politische Leben in der Hauptstadt erlahmte angesichts der Wetterkapriolen: Mehrere für Donnerstag im Senat geplante Anhörungen wurden verschoben, darunter jene der neuen US-Notenbank-Chefin Janet Yellen. Die Befragung vor dem Bankenausschuss werde zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, teilte die Parlamentskammer am Mittwoch mit. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht genannt.

Erst vor zwei Wochen hatte eisiges Winterwetter im Süden der USA zu einem Verkehrschaos geführt, bei dem Autofahrer teils 18 Stunden und länger in ihren Fahrzeugen feststeckten. Tausende Schüler mussten in Schulen übernachten, mindestens ein Kind kam in einem der gestrandeten Autos zu Welt.

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