Klimawandel-Folge

Meeresspiegel-Anstieg könnte jeden 20. betreffen

Wissen
04.02.2014 09:12
In den Küstenregionen der Erde könnte es bis zum Ende dieses Jahrhunderts häufiger zu Überschwemmungen kommen. Von jährlichen Überflutungen könnten demnach zwischen 0,2 und 4,6 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sein, so die Analyse eines internationalen Forscherteams mit österreichischer Beteiligung.

Anhand verschiedener Datenquellen zum weltweiten Abschmelzen der Gletscher und unter Berücksichtigung von vier verschiedenen Klimamodellen berechneten die Wissenschaftler mehrere Szenarien für die Entwicklung der Meeresspiegel auf globaler und regionaler Ebene. Bis zum Jahr 2100 sei demnach mit einem Anstieg zwischen 25 und 123 Zentimeter zu rechnen, was bedeuten könnte, dass im extremsten Szenario jedes Jahr bis zu 4,6 Prozent der Weltbevölkerung mit Hochwassern zu kämpfen hätten, so die Forscher in der Fachzeitschrift "PNAS".

Das könnte wiederum zu Einbußen der globalen Wirtschaftsleistung im Ausmaß zwischen 0,3 und 9,3 Prozent führen, so die Analyse, an der auch Ben Marzeion vom Institut für Geographie der Universität Innsbruck beteiligt war. Derart große Veränderungen würden die Entwicklung von Strategien zur Anpassung und zum Schutz notwendig machen.

Hohe Kosten für Deichanlagen
Die Anstrengungen müssten allerdings beträchtlich sein: Laut Angaben der Forscher könnten die jährlichen Kosten für die Errichtung neuer und der Instandhaltung alter Deichanlagen im Jahr 2100 zwischen zwölf und 71 Milliarden Dollar (umgerechnet zwischen knapp neun und 53 Milliarden Euro) betragen. Die Entwicklung von Anpassungsstrategien hätte der Studie nach den größten Einfluss darauf, wie groß die Folgen von Hochwassern sein werden.

Langfristig ausgelegte Maßnahmen zum Schutz von Küstenregionen sollten daher eine zentrale Rolle im Umgang mit den drohenden Veränderungen spielen, so die Forscher. Dabei gelte es aber zu berücksichtigen, dass je mehr Menschen und Infrastruktur an den Küsten vom Funktionieren solcher Schutzmaßnahmen abhängig sind, auch das Ausmaß der Katastrophen größer werde, falls die Schutzvorrichtungen versagen.

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