Kripo ermittelt nicht

Verhängnisvolle Affäre ungeklärt

Oberösterreich
04.12.2005 20:41
Ein eiskalt geplanter Mord und Selbstmord aus eingebildeter, krankhafter Eifersucht? Das Motiv für die erschütternde Scheidungstragödie von Wippenham bei Ried wird zwar in zwei Abschiedsbriefen erklärt, bleibt jedoch amtlich ungeklärt: Der angebliche Nebenbuhler des Todesschützen wird nicht mehr befragt, die verhängnisvolle Affäre wird diskret behandelt, entschieden nun die Ermittler.

„Wer weiß, ob´s wahr ist“, sagt Chefinspektor Manfred Burger zu jenem Brief, in dem der pensionierte Zollbeamte Hermann Langmaier (70) der Polizei die Vorgeschichte und Hintergründe seines Gattinnenmordes zu erklären versucht: Seine Ehefrau Gertraud (47) hätte ihn seit Jahren mit einem verheirateten Arbeitskollegen betrogen, dessen gefährdete Familie nun „gerettet“ werden müsse…

Ehefrau mit keinem Wort schlecht gemacht
„Das klingt eher so, als ob der Täter seine Tat vor sich selbst rechtfertigen wollte“, meint ein Ermittler, „wie wenn er um Verständnis und Entschuldigung ersuchen wollte.“ In dem zweiseitigen Brief wird die scheidungswillige Ehefrau mit keinem Wort schlecht oder gar selbst verantwortlich gemacht: „Unsere Beziehung ist beendet“, schrieb der betrogene Ehemann eiskalt, ehe er seiner schlafenden Gattin aus nächster Nähe drei Schüsse in die Brust jagte.

„Am Tathergang und an der Täterschaft gibt es keine Zweifel“, erklärt Burger seine Ermittlungen für abgeschlossen: Ob die mörderische Eifersucht des Todesschützen nur krankhaft eingebildet war, spielt für die Polizei und Justiz jetzt keine Rolle mehr.

 

 

 

 

Foto: Vitzthum

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