Mo, 16. Juli 2018

Imperial-Boss

04.12.2005 20:41

Millionen-Jongleur im Visier!

Nach vier Jahren kommt jetzt Licht ins Dunkel der Linzer Imperial-Finanzgruppe. Obwohl Staatsanwalt und Gerichtssachverständige zu strengstem Stillschweigen verpflichtet sind, werden nun brisante Details eines ersten Gutachtens publik: Die Verdächtigen sollen vor zwölf Jahren widmungswidrig 100 Millionen Schilling Anlegergelder in ihre eigene Bank verschoben haben, so dass ihre massenweise verkauften Cordial-Gewinnscheine wertlos wurden.

Die Justiz prüft einen Betrugs- und Untreueverdacht gegen den Linzer Imperial-Chef Faramarz Ettehadieh (57), der 48 Firmen mit 400 Mitarbeitern hat - und 50.000 Sparer um 80 Millionen Euro gebracht haben soll.

In seinem Ferienclub Cordial dürfte der Gerichtsgutachter Matthias Kopetzky nun fündig geworden sein: Die einst weltweit florierende Time-Sharing-Firma soll 50 Millionen Schilling in eine neu gegründete Imperial-Bank verschoben haben.

Verdacht: Anleger wurden geschädigt
Eine gleiche Summe dürfte von den Liechtensteiner Firmen und Stiftungen des Linzers ins Stammkapital geflossen sein. „Damit wurden keine Leistungen der Bank bezahlt, sondern Anleger geschädigt“, lautet der Verdacht. Es gilt die Unschuldsvermutung, Beweise fehlen noch: Die werden in den Akten gesucht, die vor einem Jahr bei zwei Familienstiftungen und vier Tochterfirmen in Liechtenstein gerichtlich beschlagnahmt wurden.

Die Berge von Papier können aber erst gesichtet werden, nachdem Imperial auf weitere Einsprüche gegen die Ausfolgung verzichtet hat: „Wir belegen damit einmal mehr, dass wir nichts zu verbergen haben“, begründet dies Ettehadieh. Und greift Kopetzky an: „Die Gutachter wollen nur das Verfahren weiter verzögern, damit sie von ihren fürstlichen Honoraren profitieren können.“

 

 

 

Foto: Schütz

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