Fr, 17. August 2018

Nah am Konsumenten

27.01.2014 11:18

Belgier will Hochhäuser landwirtschaftlich nutzen

Geht es nach dem belgischen Star-Architekten Vincent Callebaut, dann lassen sich städtische Betonwüsten schon bald in grüne Oasen verwandeln. Seine Entwürfe für nachhaltige Hochhäuser vereinen nämlich modernes Wohnen und Arbeiten mit ökologischer Landwirtschaft. Seine Idee: landwirtschaftlich genutzte Hochhäuser.

Bis zum Jahr 2050 werden geschätzte sechs Milliarden Menschen in immer größer werdenden Metropolen leben, so Callebaut. Seine Antwort auf Platzmangel, Luftverschmutzung und fehlendes Grün: In Hochhäuser (im Bild einer seiner Entwürfe) integrierte Anbauflächen, Gewächshäuser und Grünflächen sollen ihre Bewohner mit Gemüse, Salat, Obst und guter Luft versorgen.

Zudem sollen die als "Farmscraper" (landwirtschaftlich genutzte Wolkenkratzer) bezeichneten Bauten dank modernster Wind- und Solartechnik ökologisch Energie gewinnen und mit ihrem Grün Luftqualität und Klima in Großstädten positiv beeinflussen. Jedes Gebäude müsse letztendlich ein "autarkes Mini-Kraftwerk" sein, so der 36-jährige Architekt.

"Das Ziel ist es, Landwirtschaft und Natur zurück in die Stadtzentren zu bringen, damit wir bis 2050 grüne, nachhaltige Städte haben, in denen die Menschen im Einklang mit ihrer Umwelt leben können", sagte Callebaut gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

"Vertical Farming" seit 1999 Thema
Ganz neu ist Callebauts Ansatz allerdings nicht. Bereits 1999 hat der US-Wissenschaftler Dickson Despommier den Begriff "Vertical Farming" (vertikale Landwirtschaft) geprägt. Er träumt ebenfalls davon, ganze Hochhäuser in Städten als landwirtschaftliche Flächen zu nutzen.

2008 stellte der Professor für Umweltforschung an der Columbia-Universität in New York ein Konzept vor, das leer stehende Bürohochhäuser in Manhattan als "Gemüsebauernhöfe" vorsieht. Despommier sah seinen Entwurf als eine Möglichkeit, auf engstem Raum und nahe am Konsumenten Gemüse und Obst anzubauen.

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