Di, 21. August 2018

Australian Open

13.01.2014 08:12

Thiem eliminiert Sousa und steht in Runde zwei

Der Niederösterreicher Dominic Thiem hat am Montag ein glänzendes Debüt in einem Grand-Slam-Hauptbewerb hingelegt. Der 20-Jährige gewann in Melbourne in Runde eins der Australian Open gegen den Portugiesen Joao Sousa 5:7, 6:4, 6:3 ,7:6(3). In Runde zwei trifft Thiem auf den als Nummer 19 gesetzten Südafrikaner Kevin Anderson. Patricia Mayr-Achleitner unterlag US-Hoffnung Madison Keys 2:6, 7:6(8), 7:9.

Thiem legte auf Court 5 in seinem ersten "best of five"-Match unbeeindruckt von Weltranglistenplatz 50 seines Gegners los, erarbeitete sich im ersten Satz eine 5:3-Führung. Zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt, verlor er aber den Faden und gab den Durchgang noch ab. Mit je zwei Breaks in den folgenden beiden Sätzen riss der zweifache ATP-Viertelfinalist aber das Ruder herum. In der Entscheidung ging es ohne Breakchance in das Tiebreak, in dem der ÖTV-Jungstar nach einem 3:0 nichts anbrennen ließ.

"Ich habe mich nach dem ersten Satz super zurückgekämpft, was nicht leicht ist", analysierte Thiem die 185-Minuten-Partie. "Dann habe ich einen guten zweiten und dritten Satz gespielt." Im vierten Durchgang habe er noch ein wenig Probleme bekommen. "Keine Ahnung, vielleicht weil ich ein bisschen zu wenig getrunken oder gegessen habe. Aber mit meinem Aufschlag habe ich mich immer wieder herausgeholt."

Thiem hat "unfassbar serviert"
20 Asse donnerte Österreichs Nummer drei in das Feld - je sieben im ersten und vierten, je drei im zweiten und dritten Satz. "Ich habe von hinten nicht so gut gespielt wie gegen Klizan (Anm.: Martin Klizan/SVK, 3. Qualifikationsrunde), aber unfassbar serviert", schrieb der Niederösterreicher kurz nach seinem Erfolg auf Facebook. "Gewonnen habe ich, weil ich druckvoller gespielt habe als er und aggressiv geblieben bin. Das ist ein Mega-Erfolg für mich und ich freue mich extrem."

Von Euphorie war Thiem aber weit entfernt. "Das große Ziel habe ich ja schon mit der Qualifikation geschafft", erklärte er. "Das war aber gleich danach vergessen, weil es mit dem Hauptbewerb erst richtig los geht." Die starke Leistung gegen einen Top-50-Spieler stellte den Lichtenwörther zufrieden, mehr nicht. "Ich bin jetzt in der zweiten Runde und das Turnier geht ganz normal weiter."

Respekt vor Anderson
Der gegen den ebenso 20-jährigen Tschechen Jiri Vesly in fünf Sätzen erfolgreich gebliebene 27-jährige Anderson ist Thiems am zweithöchsten gereihter Gegner nach Jo-Wilfried Tsonga. Dem Franzosen war er im Wien-Viertelfinale knapp unterlegen. "Er ist ein ganz anderer Spielertyp als Sousa", meinte Thiem. "Heute waren lange Rallyes, aber Anderson serviert unfassbar und geht schnell auf den Punkt." Aufgrund der in Melbourne herrschenden Hitze sah das der Weltranglisten-136. als Vorteil an.

Unabhängig vom Abschneiden in dem vermutlich für Mittwoch angesetzten Match gegen den Weltranglisten-21. wird Thiem sein Karriere-Hoch von 121 verbessern. Zieht er in die dritte Runde ein, sollten noch im Jänner die Top 100 fallen. Die Ruhepause am Dienstag nach vier Spielen in sechs Tagen ist willkommen. Thiem: "Drei Stunden, das erste 'best of five', das ist etwas ganz Anderes. Ich bin heilfroh, dass es einen Tag Pause gibt. Ich werde gut regenerieren."

Für Mayr-Achleitner war mehr drin
Auch für Mayr-Achleitner hätte es weiter gehen können, die Chinesin Zheng Jie hätte in Runde zwei gewartet. Gegen die Weltranglisten-36. Keys war sie als Außenseiterin in die Partie gegangen, nach dem Einzug ins Shenzhen-Viertelfinale aber auch voller Zuversicht. Drei Breaks der 18-jährigen Keys in Satz eins waren zwar zu viel, doch in Durchgang zwei erarbeitete sich die 27-Jährige eine 5:2-Führung. Keys kam heran und vergab fünf Matchbälle, ehe Österreichs Nummer zwei doch noch in Sätzen ausglich.

Mit diesem Motivationsschub im Rücken legte Mayr-Achleitner zu Beginn des Entscheidungssatzes ein Break nach und marschierte bis zum 4:4 voran. Bei 5:6 musste sie allerdings einen weiteren Matchball abwehren, um kurz darauf selbst auf das Match aufzuschlagen. Zwei Punkte vom Triumph entfernt, schlug Keys aber noch einmal und diesmal das letzte Mal zurück. Das folgende Break der Nummer vier der USA brachte nach 2:37 Stunden die Entscheidung.

Meusburger am Dienstag gegen Scheepers
Damit liegen Österreichs Hoffnungen im Damen-Einzel nur noch auf der Weltranglisten-49. Yvonne Meusburger. Die Vorarlbergerin bestreitet ihre Auftaktpartie gegen die Südafrikanerin Chanelle Scheepers am Dienstag als viertes Match nach 1 Uhr auf Court 11.

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