07.01.2014 09:14 |

Gemüse und Früchte

Faserreiche Nahrung lindert bei Mäusen Asthma

Schweizer Wissenschaftler haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Futter, das reich an Nahrungsfasern ist, bei Mäusen allergisches Asthma lindern kann. Den Forschern zufolge kann ballaststoffreiche Nahrung die Entwicklung von Immunzellen beeinflussen, die allergische Abwehrreaktionen dämpfen.

Sowohl in Industrie- wie auch in Entwicklungsländern erkrankten in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Menschen an allergischem Asthma. Gleichzeitig sank der Konsum von Lebensmitteln wie Gemüse und Früchten, die reich an Nahrungsfasern (den sogenannten Ballaststoffen) sind. Schon länger ist bekannt, dass eine faserreiche Ernährung Darmkrankheiten lindern kann.

Nun konnte ein Team um Benjamin Marsland vom Universitätsspital Lausanne bei Mäusen zeigen, dass die Fasern nicht nur im Darm, sondern sogar bis in die Lunge wirken. Sein Team hat die kleinen Nager entweder mit einer Standarddiät mit vier Prozent Fasern gefüttert oder mit einer Niedrigfaserkost mit nur 0,3 Prozent Fasern.

Fasern verändern Darmbakterien
Letztere gleicht ungefähr der westlichen Ernährungsweise, wie der Schweizerische Nationalfonds, der die Studie finanziert hat, mitteilte. Die mit wenig Fasern gefütterten Mäuse reagierten mit stärkeren allergische Reaktionen auf ein Extrakt von Hausstaubmilben als die Mäuse auf Standarddiät, schreiben die Forscher im Fachjournal "Nature Medicine".

Die Versuche von Marslands Team zeigen auf, dass die Nahrungsfasern die Zusammensetzung der Darmbakterien verändern. Bestimmte Bakterien können Fasern zu kurzkettigen Fettsäuren zerlegen beziehungsweise fermentieren. Diese gelangen ins Blut und können im Knochenmark die Reifung von Immunzellen beeinflussen.

Das Hausstaubmilbenextrakt lockt diese Zellen in die Lunge, wo sie die allergische Abwehrreaktion dämpfen, die einen Asthmaanfall verursacht. Im Versuch reduzierte auch die alleinige Gabe von Propionaten (Salzen der Propionsäure, die ein ähnliches Verhalten wie Fettsäuren zeigt; Anm.), die beim Abbau von Fasern entsteht, die allergische Entzündungsreaktion in der Lunge.

Klinische Studie mit Menschen geplant
Die Forscher vermuten, dass die Prozesse beim Menschen ähnlich ablaufen. Sie wollen diese Zusammenhänge nun in klinischen Studien an Versuchspersonen überprüfen.

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