Di, 25. Juni 2019
06.01.2014 18:15

"Ist doch idiotisch"

Wiener muss 53 Tage vor seiner Pension zu AMS-Kurs

Mit 62 Jahren und 53 Tage vor dem Pensionsantritt am 1. März muss Wolfgang O. wieder die Schulbank drücken: Das Arbeitsmarktservice (AMS) verpflichtete den Wiener, der im Vorjahr den Job verloren hatte, zu einem "Workshop". Er soll nun lernen, wie er seine Karriere plant und Bewerbungen verfasst.

1.000 Euro kostet der Kurs pro Teilnehmer, zehn Jobsuchende sitzen jetzt wöchentlich zehn Stunden in den Büroräumen einer Firma im Wiener Bezirk Brigittenau - darunter auch Wolfgang O.: "Ich hab' meinen Augen nicht getraut, als ich im Dezember den Brief vom AMS bekommen habe. Obwohl ich am 1. März in Pension gehe, soll ich noch lernen, wie man einen Karriereplan erstellt. Das ist doch idiotisch."

Und laut O. wissen auch die Trainer, dass die Schulung ziemlich wenig bringe: "Unter meinen Kollegen sind auch vier Arbeitslose, die absolut nicht Deutsch können. Was soll denen der Unterricht bringen? Sie verstehen doch gar nix."

Die Kritik daran, dass Jobsuchende in eher sinnlose AMS-Kurse gesteckt werden, nimmt übrigens zu. Ein möglicher Grund: Um die Statistik zu schönen, werden immer mehr Arbeitslose zu Schulungen bestellt. Dazu die neuesten Zahlen des AMS: 66.864 Menschen besuchten im Dezember AMS-Kurse, das ist ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber 2012.

Liebe Leser! Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit dem AMS und schicken Sie diese an redaktion@kronenzeitung.at.

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