Mi, 22. August 2018

Start in Kourou

19.12.2013 10:37

ESA-Weltraumteleskop "Gaia" erfolgreich gestartet

Die europäische Raumfahrtagentur ESA hat am Donnerstag ihr bisher modernstes Teleskop ins All geschickt. Das Observatorium "Gaia" startete an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus in den Weltraum. Es soll eine Milliarde Sterne mit noch nie dagewesener Genauigkeit erfassen. Mit den Daten wollen die Forscher eine dreidimensionale Karte der Milchstraße erstellen.

Für die Vermessung der Milchstraße stehen "Gaia" (kleines Bild) zwei Teleskope mit der bisher größten digitalen Weltraumkamera mit knapp einer Milliarde Pixeln zur Verfügung. Nach Auskunft des Herstellers Astrium ist sie so präzise, dass sie von der Erde aus eine Ein-Euro-Münze auf dem Mond entdecken könnte.

Damit wird jeder der rund eine Milliarde Zielsterne im Durchschnitt etwa 70 Mal über einen Zeitraum von fünf Jahren überwacht und seine genaue Position sowie sein Weg durch das All vermessen. Das entspricht pro Tag etwa 40 Millionen Beobachtungen.

Rückschlüsse auf Ursprung der Galaxie
Zudem werden grundlegende physikalische Eigenschaften, etwa Temperatur, Leuchtkraft und Zusammensetzung jedes Sterns untersucht. Die Daten sollen den Astronomen Rückschlüsse auf den Ursprung und die Entwicklung unserer Galaxie ermöglichen.

"Gaia" soll zudem Zehntausende neuer Objekte entdecken, darunter Asteroiden in unserem Sonnensystem, Planeten um nahe Sterne sowie explodierende Sterne, sogenannte Supernovae, in anderen Galaxien. ESA-Wissenschaftsdirektor Alvaro Gimenez bezeichnete "Gaia" als "Entdeckungsmaschine", die genauere Antworten als je zuvor auf die Frage liefern soll, woraus unsere Heimatgalaxie besteht und wie sie sich gebildet hat.

In rund vier Monaten wird die Sonde benötigen, um ihren - rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten - "Arbeitsplatz" zu erreichen, wo sie in eine Sonnenumlaufbahn einschwenkt. Eine Art Sonnenschirm mit einem Durchmesser von zehn Metern soll die Sonde vor störender Lichteinstrahlung bewahren.

Thermalisolation kommt aus Österreich
Um diesen Schirm, der sich erst am Zielort öffnen wird, so leicht wie möglich zu gestalten, ist er mit Thermalisolation bespannt, die von der Wiener Weltraumfirma RUAG Space geliefert wurde. Das Unternehmen stellte auch die Isolierung her, die für einen ausgewogenen Temperaturhaushalt im Inneren des Satelliten sorgt. Siemens Österreich hat Testequipment für den Bau des Satelliten geliefert, u.a. für die Stromversorgung und Kommunikations-Subsysteme.

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