Suche läuft noch

Nach Dacheinsturz: Lettland trauert um 51 Tote

Ausland
23.11.2013 08:13
In Lettland hat am Samstag eine dreitägige Staatstrauer um die Opfer des Dacheinsturzes in einem Einkaufszentrum in Riga begonnen. Bereits 51 Tote wurden geborgen, die Suche nach möglichen weiteren Opfern unter den Trümmern dauert aber noch an. Eine Trümmerfläche von etwa 150 bis 200 Quadratmeter sei immer noch nicht durchsucht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Leta.

Der Einsturz des Gebäudes, bei dem auch mehr als 30 Menschen verletzt wurden, ist das schwerste Unglück seit der Unabhängigkeit Lettlands 1991. Ein Polizeisprecher sagte, zwei der bisher geborgenen Toten seien noch nicht identifiziert.

Auch in der Nacht auf Samstag harrten Angehörige an der Absperrung um den Unglücksort aus. Menschen kamen, um Blumen und Kerzen niederzulegen, andere brachten heißen Tee für die Rettungskräfte, die seit Donnerstagabend im Einsatz sind. Unter den Toten sind auch drei Feuerwehrmänner. Wegen der weiterhin akuten Einsturzgefahr gestalten sich die Rettungsarbeiten schwierig.

Konzerte und Sportereignisse abgesagt
Wegen der Staatstrauer sind von Samstag bis einschließlich Montag viele Konzerte und Kulturveranstaltungen in Lettland abgesagt worden. Alle Spiele der nationalen Eishockeyliga fallen während der Staatstrauer in dem baltischen Land ebenso aus wie die Verleihung des Theaterpreises.

Suche nach der Ursache
"Die wichtigste Frage ist nun die nach der Ursache des Dacheinsturzes", sagte Regierungschef Valdis Dombrovskis am Freitagabend im lettischen Fernsehen. Eine Naturkatastrophe oder einen Terrorakt schloss die Regierung aus. Es gebe Anzeichen dafür, dass gegen Bauvorschriften verstoßen worden sei, sagte Innenminister Rihards Kozlovskis.

Augenzeugen berichteten von einem Feueralarm, der kurz vor dem Einsturz ausgelöst worden sei. Dies bestätigte der Supermarktbetreiber - das Warnsystem sei am Nachmittag rund zehnmal aktiviert gewesen. Trotz des Alarmsignals sei das Gebäude am Donnerstag aber nicht evakuiert worden, da es "keine offensichtlichen Anzeichen von Feuer" gegeben habe, sagte ein Sprecher.

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