Noch viele Vermisste

Riga: Dutzende Tote bei Einsturz von Supermarkt

Ausland
22.11.2013 21:37
Nach dem Einsturz eines Supermarktdaches in der lettischen Hauptstadt Riga ist die Zahl der Todesopfer bis Freitagabend auf mindestens 51 gestiegen. Drei der Opfer sind laut Behördenangaben Feuerwehrleute. Es gibt mindestens 28 Verletzte, immer noch sind zahlreiche Menschen unter den Trümmern verschüttet. "Die Suche geht weiter", twitterten die Rettungskräfte.

Mit Kränen und schwerem Gerät entfernen die Rettungskräfte die Trümmer. Sie unterbrechen ihre Arbeit immer wieder, um Stimmen oder Handy-Klingeltöne aus dem Supermarkt hören zu können. Seit mehreren Stunden seien allerdings keine Überlebenden mehr gefunden worden, sagte eine Sprecherin der Rettungsdienste bereits am Freitagvormittag. Ministerpräsident Valdis Dombrovskis sagte, die Rettungsarbeiten könnten noch einige Zeit dauern.

Zahlreiche Anrainer versammelten sich vor dem Gebäude, legten Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Ein Mädchen sagte, es sei mit seiner Mutter beim Einkaufen gewesen, als Betontrümmer herabfielen. Sie selbst habe entkommen können, aber von ihrer Mutter fehle jede Spur.

Dreitägige Staatstrauer angeordnet
Ministerpräsident Valdis Dombrovskis besuchte die Unglücksstelle am Freitag. Der Staat werde alles tun, um den Verletzten zu helfen und "Entschädigungen zahlen, wo sie geboten sind", sagte er. Der Stadtrat von Riga teilte mit, den Familien jedes Toten 10.000 Lats (14.000 Euro) zu zahlen, jeder Verletzte solle 5.000 Lats erhalten. Auch das Unternehmen Maxima kündigte Zahlungen an. Die Regierung verkündete nach einer Krisensitzung eine dreitägige Staatstrauer, die am Samstag beginnen wird.

Bauvorschriften nicht eingehalten?
Das Dach des erst 2011 eröffneten Supermarktes brach am Donnerstagabend zusammen, als viele Menschen zum Einkaufen in dem Gebäude waren. Die Ursache des Unglücks ist noch ungeklärt. Innenminister Rihards Kozlovskis sagte einem lettischen TV-Sender, es gebe Anzeichen dafür, dass Bauvorschriften nicht eingehalten worden seien.

Das Gebäude hatte lettischen Medien zufolge einen Architekturpreis gewonnen. Zuletzt soll an einem Dachgarten gearbeitet worden sein.

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