Das Feuer brach Freitag um 3 Uhr früh im Zimmer einer 29-jährigen Bewohnerin aus. Sie lief sofort ins Freie, elf weitere Gehörlose schreckten ebenfalls durch die „Stroboskop-Blitzleuchten“ aus dem Schlaf und flüchteten. Bei regelmäßigen Übungen hatten sie gelernt, sich zum etwa 50 Meter entfernten Sammelplatz zu begeben.
„Sie sind barfuß und verängstigt bei einem Grad minus im Schnee gestanden“, erzählt Feuerwehr-Einsatzleiter Rudolf Hraba, der sich sofort um warme Decken und Hilfe durch Sanitäter kümmerte. Er war so schnell zur Stelle, weil der Brandmelder vom Heim direkt zur Feuerwehr geht - und das Zeughaus nur 20 Meter neben der Wohnwelt steht.
Bewohner von giftigem Qualm eingeschlossen
Doch vier Bewohner fehlten - alle aus dem zweiten Stock, wo das Feuer ausgebrochen war und giftiger Qualm den Fluchtweg versperrte. „Wir sind mit schwerem Atemschutz durch alle Zimmer gegangen, fanden die Vermissten schlafend in den Betten und brachten sie in Sicherheit“, berichtet Hraba. Die Patienten hatten Rauch eingeatmet, wurden vorsorglich in Spitäler nach Freistadt und Linz eingeliefert.
Dass sich die Panik in Grenzen hielt, ist den regelmäßigen Übungen zu verdanken. Hraba: „So wussten wir, dass sich die Behinderten vor den Fluchthauben fürchten. Trotzdem war der Schreck groß, als wir die Vermissten geweckt und mit dem schweren Atemschutz wie Marsmänner ausgesehen haben.“
Foto: FF Schenkenfelden









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