Neben dem Standort Bad Hersfeld gelte das auch für die Niederlassung in Leipzig. "Ziel ist natürlich, dass Weihnachtspakete liegen bleiben", betonte Reimann. "Am liebsten würden die Leute durchgehend bis Heiligabend streiken."
Gewerkschaft fordert Versandhandels-KV
Seit Monaten organisiert Verdi einen Arbeitskampf, um einen Tarifvertrag mit dem Versandhändler zu erzwingen. Nach Schätzung des Verdi-Verhandlungsführers in Leipzig, Jörg Lauenroth-Mago, verlassen täglich mehrere Zehntausend Pakete das dortige Logistikzentrum. Verdi will für die bundesweit rund 9.000 Amazon-Beschäftigten in den neun deutschen Versandzentren einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Versand- und Einzelhandels aushandeln.
Amazon Deutschland reagierte laut "Focus" gelassen auf die neuen Streikankündigungen. Das Unternehmen sei "gut vorbereitet". Bisher orientiert sich Amazon an den weniger günstigen Konditionen der Logistikbranche. Kürzlich hieß es in einer Mitteilung: "Mitarbeiter der deutschen Amazon-Logistikzentren liegen mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist."
Merkel mahnt Online-Handel zu fairen Bedingungen
Am Wochenende nahm auch Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer wöchentlichen Internet-Videobotschaft zum Online-Handel Stellung. Sie appellierte an die Anbieter, vertretbare Arbeitsbedingungen zu schaffen, die für die Beschäftigten akzeptabel seien. Merkel sprach sich dafür aus, dass möglichst viele Beschäftigte in der Branche nach Tarifverträgen bezahlt werden.
Amazon ist in Deutschland neben dem Arbeitskonflikt auch wegen des Streits um Steueroasen immer wieder in den Medien. Der Internet-Versandhändler hat 2012 einen Großteil des Umsatzes mit deutschen Kunden über Luxemburg abgewickelt und in Deutschland kaum Steuern gezahlt. Amazon.de wies einen Vorsteuergewinn von nur 10,2 Millionen Euro aus und zahlte in Deutschland 3,2 Millionen Euro Steuern.











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