Genstudie

Der beste Freund des Menschen stammt aus Europa

Wissen
14.11.2013 13:20
Europäische Jäger und Sammler haben die ersten Hunde weltweit domestiziert. Das belegt eine Genstudie, die jetzt ein Team um Olaf Thalmann von der finnischen Universität Turku in der Fachzeitschrift "Science" vorgestellt hat. Sie beendet die Diskussion um den Ursprung des Hundes, der lange Zeit in Ostasien vermutet wurde.

Für ihre Untersuchung untersuchten die Forscher das Erbgut der Tiere und verglichen die DNA moderner Hunde und Wölfe mit jener von prähistorischen Tieren aus verschiedenen Erdteilen. Dabei zeigte sich, dass alle heute lebenden Hunde von europäischen Vorfahren abstammen. Eine Beziehung zu Wölfen außerhalb Europas sei hingegen nur entfernt vorhanden, so die Forscher. Der Wolf wurde also zuerst in Europa zum besten Freund des Menschen.

Domestizierung begann vor 19.000 bis 32.000 Jahren
Zudem untersuchten Thalmann und seine Kollegen den Zeitpunkt der Domestizierung. Diese begann demnach vor etwa 19.000 bis 32.000 Jahren - zu einer Zeit also, als Europa von Jägern und Sammlern bevölkert war.

Vermutlich folgten die Wölfe den jagenden Menschen auf der Suche nach Aas und Nahrungsresten und gaben so den Anstoß zum späteren Zusammenleben, schreibt das Team um Thalmann. Es widerspricht damit der bisherigen Lehrmeinung, dass erst die Landwirtschaft Wölfe in die Dörfer lockte und dies zur anschließenden Domestizierung führte.

Hund schon vor Kühen und Schafen ein Haustier
"Damit gab es den Hund als Haustier, lange bevor zum Beispiel Ziegen, Schafe oder Rinder domestiziert wurden", erklärte Mitautor Johannes Krause vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen. Für ihre Studie analysierten die Forscher das Erbgut von 18 prähistorischen Tieren, das von 77 modernen Hunden und das von 49 Wölfen.

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