"Innsbruckit"

Innsbruck Namensgeber für neu entdecktes Mineral

Wissenschaft
30.10.2013 12:04
Wissenschaftler der Universität Innsbruck haben in einem Gestein aus der Wattener Lizum ein bis dato unbekanntes Mineral entdeckt, das sie "Innsbruckit" getauft haben. Das nach der Tiroler Landeshauptstadt benannt Mineral wurde mithilfe der sogenannten Röntgendiffraktometrie nachgewiesen.

Die bei Tourengehern beliebte und durch den Truppenübungsplatz des Bundesheeres überregional bekannte Wattener Lizum im Bezirk Innsbruck-Land ist seit mehreren Jahren immer wieder Schauplatz von Forschungsarbeiten des Instituts für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck, das dort die geologischen und petrologischen Bedingungen erfasst.

Mineral in Gesteinsrippe entdeckt
Im Zuge dieser Untersuchungen haben die Forscher zahlreiche Gesteinsproben entnommen, eine davon aus einem Quarzit in Form einer rund zwei Meter langen Gesteinsrippe (Bild) nahe des Staffelsees. "Von dieser Probe haben wir Dünnschliffe, etwa 20 Mikrometer dicke Scheiben, erstellt und sie mittels einer chemischen Analyse auf ihre enthaltenen Minerale untersucht", wird Petrologe Peter Tropper in der Aussendung zitiert.

Diese Analyse habe auf den ersten Blick noch nichts Außergewöhnliches zutage gefördert. Den entscheidenden Hinweis hätten aber weitere Untersuchungen gebracht, die am Paul-Scherrer-Institut, einer Großforschungseinrichtung in der Schweiz, durchgeführt worden seien.

Neues Mineral ist ein Mangansilikat
Die Einwirkung starker Röntgenstrahlung habe schließlich eine Klassifizierung des Materials ermöglicht, die über eine chemische Beschreibung hinausgehe und Rückschlüsse auf die Kristallstruktur zulasse. Ein Abgleich mit der Datenbank aller bekannten und beschrieben Minerale habe dann die Gewissheit gebracht, dass es sich um ein neues Mineral handle.

Der "Innsbruckit", der in den Gesteinsproben mit einer Größe von bis zu 150 Mikrometern auftrat, sei ein Mangansilikat, das hinsichtlich seiner chemischen Eigenschaften eine große Ähnlichkeit zu bisher bekannten Mineralen habe. Minerale dieser Art seien häufig in Quarziten anzutreffen, jedoch teilweise noch nicht im Detail untersucht worden, so Tropper.

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