"Hummer"-Prozess

Neuer Vorwurf: Kärntner soll Messer gezückt haben

Österreich
24.10.2013 17:42
Der Mordprozess gegen jenen 35 Jahre alten Kärntner, der am 11. Oktober 2012 mit seinem tonnenschweren "Hummer" in Ungarn einen Polizisten überfahren und so getötet hatte, ist am Donnerstag im Komitatsgericht Szeged fortgesetzt worden. Als Zeugen wurden die Polizisten angehört, die an jenem Tag dabei gewesen waren. Dabei traten völlig neue Aspekte zutage. So behauptete einer der Beamten erstmals, von Thomas B. mit einem Messer angegriffen worden zu sein.

Jener Polizist, der gemeinsam mit dem ums Leben gekommenen Imre K. auf einem Motorrad den 35-jährigen "Hummer"-Fahrer verfolgt hatte, gab am Donnerstag an, er habe durch den Spalt der geöffneten Tür des "Hummers" Pfefferspray gesprüht, als der angeblich mit einem Messer bewaffnete Thomas B. aussteigen wollte. Davon war in den ersten Angaben des Beamten keine Rede gewesen.

Den Spray hatte der Polizist Gabor S. hingegen erstmals im vergangenen Jänner erwähnt, nachdem Thomas B. betont hatte, er wäre erst aufs Gaspedal gestiegen, nachdem ihm der Polizeibeamte durchs Seitenfenster Pefferspray ins Gesicht gesprüht hätte.

Nun erklärte der Ex-Polizist - Gabor S. hat mittlerweile den Dienst quittiert - unter Wahrheitspflicht, der 35-Jährige habe ein Messer in der Hand gehabt, als er Imre K., der sich mit seinem Motorrad auf einem Grünstreifen rechts vor dem SUV positioniert hatte, niedergestieß und überrollte. Als der 35-Jährige aussteigen wollte, habe er das Spray durch die spaltbreit offene Tür gesprüht. Das Fenster sei nämlich geschlossen gewesen. Er habe vergeblich versucht, es mit dem Ellbogen einzuschlagen.

Beamter: "Ich hatte Angst um mein Leben"
Der Angeklagte sei dann mit dem Messer ausgestiegen und habe ihn angegriffen, obwohl er ihm in die Hand und ins Knie geschossen hätte. "Ich hatte Angst um mein Leben", sagte Gabor S. Ungeachtet der Schüsse habe der Österreicher Widerstand geleistet und mit ihm gekämpft. Er habe bei diesem "keine Verzweiflung, nur Wut gesehen". Für ihn stehe zudem außer Frage, dass der Angeklagte den vor seinem Geländewagen stehenden Imre K. sehen hätte müssen, beteuerte Gabor S., wobei er mit den Tränen rang, als er auf das Schicksal des umgekommenen Beamten zu sprechen kam.

Zeuge: Polizist richtete Pistole gegen Stirn von Thomas B.
Der Schilderung eines Zeugen zufolge soll Gabor S. im Zuge des Kampfes seine Pistole gegen die Stirn von Thomas B. gerichtet haben. Der Zeuge trat daraufhin dem Polizisten die Dienstwaffe aus der Hand. Laut Verteidiger könnte der Zeuge angenommen haben, der Beamte werde den Österreicher erschießen, und deswegen eingegriffen haben.

Darauf angesprochen, erklärte Gabor S. dem Gericht aber, der Zeuge habe deshalb nach der Waffe getreten, weil er offenbar befürchtete, der "Hummer"-Fahrer könnte diese dem Polizisten entreißen. Der Zeuge habe das verhindern wollen.

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