"Es gibt bei der EEG-Ableitung (Messung der Gehirnströme; Elektroenzephalogramm, Anm.) im Tiefschlaf das Phänomen von sogenannten Ripple-Komplexen. Das sind hochfrequente Hirnwellen, die nur eine Zehntelsekunde dauern", sagt Thomas Klausberger, einer der Autoren der Studie, deren Ergebnisse im Fachblatt "Nature Neuroscience" publiziert wurden.
Die Forscher fanden nun heraus, dass diese hochfrequenten Wellen von einem ganz speziellen Nervenzellen-Typ, den sogenannten axo-axonischen Zellen, initiiert werden. Diese wirken dämpfend auf die Aktivität im Gehirn. Im Tiefschlaf können sie allerdings plötzlich und konzertiert ihre Dämpfung für kurze Zeit stoppen. Dadurch starten sie die hochfrequenten Ripple-Komplexe und das rasche Abspielen von Informationen. Dieser Vorgang erfolgt aber in komprimierter Form, man könnte sich das wie ZIP-Dateien in der EDV vorstellen.
Die Wiener Wissenschaftler wollen auf den nun publizierten Erkenntnissen aufbauend klären, welche der unzähligen vorhandenen Informationen vom Gehirn als relevant ausgewählt, zu "ZIP"-Dateien verpackt und ins Langzeitgedächtnis überführt werden. Möglicherweise spielt dabei auch das Dopamin-System eine Rolle.













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