Korun verwies auf negative Erfahrungen in Großbritannien mit der dortigen Niederlassung von G4S in Schubhaftzentren. "Die Privatisierung von hoheitlichen Aufgaben ist außerdem verfassungsrechtlich ein No-Go", erklärte sie.
Dem Innenministerium glaubt sie nicht, dass die Sicherheitsfirma keine Sicherheitsaufgaben in Vordernberg wahrnehmen werde. Das Ressort hatte zuvor betont, dass das Thema Sicherheit komplett in den Händen der Exekutive bleibe, wofür zumindest 55 Beamte eingesetzt würden. Korun vermutet überdies ein Naheverhältnis zwischen Innenressort und G4S und will dem in einer parlamentarischen Anfrage nachgehen.
G4S-Vorstand: Mitarbeiter sind gerüstet
G4S-Österreich-Vorstand Matthias Wechner versicherte indes im Ö1-"Mittagsjournal", die Mitarbeiter seien dafür gerüstet, die Insassen in ihrer "schwierigen menschlichen Situation" zu betreuen. Es sei die Aufgabe des Unternehmens, den Personen ihren Aufenthalt so "sinnvoll und menschlich wie möglich" zu gestalten. Unter anderem nannte Wechner die Einrichtung einer Bibliothek als geplante Maßnahme.
Das Team werde auch psychologisch geschult, um auf die Menschen eingehen zu können. In Krisensituationen - etwa im Falle eines Hungerstreiks oder angedrohten Suizids - werde man aber stets und sofort die Exekutive einschalten, denn das sei "typische Aufgabe des Staates".
Vertragslaufzeit von 15 Jahren verteidigt
Walter Hubner, Bürgermeister von Vordernberg, verteidigte gegenüber dem ORF-Radio die Vertragslaufzeit von 15 Jahren mit der Sicherheitsfirma. Auch der Vertrag zwischen Gemeinde und Innenministerium laufe über diesen Zeitraum. Für das Unternehmen bedeute der Auftrag demnach ja auch Investitionen, etwa von Funkgeräten oder Kraftfahrzeugen.












Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.