Powetkin musste vor 14.000 Zuschauern in der Olympia-Arena seine erste Niederlage im 27. Kampf hinnehmen. Erstmals in seiner Profi-Karriere musste er zudem zu Boden (Bild unten). Insgesamt vier Mal - ein K.-o.-Sieg gelang Klitschko aber trotzdem nicht. "Das war ein schweres Stück Arbeit", gab der Ukrainer zu. "Powetkin ist ein Kämpfer, er hat ein großes Herz gezeigt. Ich hätte mir gewünscht, den Kampf früher zu beenden, aber ich glaube, es war ein verdienter Sieg."
Kampf hielt nicht, was er versprach
Der Titelfight hatte in der Wertigkeit als der herausragendste Schwergewichtskampf seit zehn Jahren gegolten. Beide Boxer waren als Weltmeister und Olympiasieger - Klitschko gewann 1996 Gold, Powetkin 2004 - in den Ring gestiegen. "Der Machtkampf in Moskau" hielt aber nicht das, was er versprach.
Powetkin griff unerschrocken an, konnte den Favoriten aber nicht in den Nahkampf zwingen und traf nur selten. Der zehn Zentimeter kleinere und 7,2 Kilogramm leichtere Herausforderer duckte sich zumeist ab, Klitschko klammerte dann und drückte den Rivalen nieder. Der Mehrfach-Champion dominierte mit seiner größeren Reichweite und hielt Powetkin mit seiner starken linken Führhand auf Distanz.
Drei Niederschläge in der siebten Runde
Powetkin versuchte mit Körpertreffern zu punkten, weil er nicht bis zum Kopf des Gegners vordringen konnte. In der zweiten Runde musste der Russe nach einem linken Haken zu Boden und wurde angezählt. Gleich drei Niederschläge kassierte er in der siebenten Runde, konnte sich aber in die Pause retten. Klitschko hätte das Duell in dieser Phase beenden können, setzte aber nicht entscheidend nach.
Die Brisanz des Duells lebte auch vom politischen Hintergrund. Ukrainer wurden zu Sowjetzeiten von den Russen bevormundet und hegen noch heute Antipathien gegen den "großen Bruder". Zudem sucht Wladimir Klitschkos Bruder Witali mit seiner Oppositionspartei UDAR das Bündnis zum Westen und trifft damit auf den Widerstand Russlands.
Der 34-jährige Powetkin, der für den Berliner Sauerland-Stall boxt, hat nun seinen Titel als WBA-Weltmeister verloren. Dieser ist damit vakant. Klitschko behält seinen höherwertigen Titel als sogenannter Superchampion der WBA. Zudem ist er Weltmeister der WBO und der IBF sowie des unbedeutenden Verbandes IBO.
Klitschko kassierte mit 12,88 Millionen Euro die größte Börse seiner Karriere. Für Powetkin blieben 4,3 Millionen Euro. "Er ist der Beste", sagte der Russe über seinen Bezwinger. Eine Meinung, der sich Ex-Weltmeister Lennox Lewis nicht anschließen wollte. Er war nicht zufrieden mit der Leistung des Champions. "Er hätte eigentlich sein Talent zeigen müssen", meinte der Brite, der den Kampf in der mit 14.000 Zuschauern ausverkauften Moskauer Olympia-Arena verfolgte. "Er hat ja kaum die Rechte gebracht."








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