UN-Weltklimabericht

Dürre, Fluten und Co.: Extremwetterlagen nehmen zu

Wissenschaft
01.10.2013 09:57
Deutlich mehr Extremwetterlagen kommen dem neuen Weltklimareport zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts auf viele Teile der Welt zu. Nordamerika muss sich demnach auf mehr verheerende Überschwemmungen bei Hurrikans gefasst machen. Auch an der Ostküste Afrikas und in weiten Teilen Asiens drohten extreme Regenfälle, im Süden Afrikas hingegen Dürren.

Diese Prognose stellte der UN-Klimarat - Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) - in der ausführlichen Fassung seines Klimaberichtes, dessen erster Teil am Montag veröffentlicht wurde. Eine Kurzfassung hatten die Forscher - wie berichtet - bereits am Freitag in Stockholm präsentiert.

Mehr Regen im Norden und Dürre im Süden Europas
In Europa werde die Lufttemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts steigen, vor allem aber die Zahl besonders heißer Tage, warnt der Weltklimarat. Frosttage sollen vor allem in den nördlicheren Ländern Europas auf dem Rückzug sein. Dagegen rechnen die Experten im Süden künftig mit noch größerer Trockenheit im Sommer. Schon am Freitag hatten die Wissenschafter darauf hingewiesen, dass feuchtere Regionen auf der Welt künftig mit mehr Niederschlägen und trockenere mit noch weniger rechnen müssten.

"Noch nie da gewesenes Schmelzen" in der Arktis
Dramatischer als in Europa wirkt sich der Klimawandel nach den Recherchen auf andere Teile der Welt aus. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Afrika im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter erwärmen werde, heißt es in dem Bericht. In vielen Regionen Asiens und Afrikas könnten die Heftigkeit und Häufigkeit von Wetterextremen wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürren zunehmen.

"Eisdecken würden in Zukunft überall auf der Welt spürbar dünner werden, sagte Thomas Stocker, koordinierender Hauptautor der Arbeitsgruppe 1. "Wir beobachten in der Arktis ein noch nie da gewesenes Schmelzen, und wir reden hier nicht über ein paar Jahre, sondern einen langfristigen Trend."

Meere werden immer saurer
Auch mit Blick auf die biologische Vielfalt warnen die Wissenschafter im Sachstandsbericht vor den Folgen des Klimawandels - gerade das Leben im Wasser sei bedroht. "Die zunehmende Versauerung der Meere kann sich auf das gesamte Nahrungsnetz und die Artenzusammensetzung im Meer auswirken", befürchtet die Umweltorganisation WWF. Deren Direktor für Europäische Klima- und Energiepolitik, Stephan Singer, beklagte, dass die Ozeanversauerung kaum im Fokus stehe, "weil dort keine Menschen leben".

Der mehrere Hundert Seiten umfassende UN-Klimabericht beschäftigt sich mit den klimatischen Veränderungen und deren Ursachen. Der erste Teil des 5. Klimaberichts behandelt die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. 259 Hauptautoren haben dafür in den vergangenen vier Jahren Tausende Studien ausgewertet. Teil zwei und drei des Reports beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und den politischen Möglichkeiten, ihn zu bremsen. Sie werden 2014 in Japan und Berlin präsentiert.

Der IPCC war 1988 gegründet worden, um die politischen Entscheidungsträger in aller Welt möglichst umfassend und objektiv über den Stand der Klimaforschung zu informieren. Das Gremium forscht nicht selbst, sondern trägt die Ergebnisse in seinen Sachstandsberichten zusammen.

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